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Pressestimmen

23.August 2011 ©kreisblatt

„Eine Eingangspforte mit Botschaft“

Jüdischer Friedhof im Sunderbrook soll neues Tor erhalten – Heimat- und Verschönerungsverein Buer startet Projekt

foto Begräbnisstätte vor den Toren Buers: Vom Jüdischen Friedhof aus eröffnet sich der Blick auf das Dorf mit dem imposanten Turm der St.-Martini-Kirche.
pm/jk BUER. Der Heimatund Verschönerungsverein Buer möchte mit einem neuen Projekt seinem Namen alle Ehre machen: Er wird in nächster Zeit ein neues Eingangstor für den Jüdischen Friedhof gestalten lassen, das die derzeitige Pforte ersetzen soll. „Dieses Vorhaben ist ganz in unserem Sinne und erfüllt uns mit großer Freude“, erklärte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Osnabrück, Michael Grünberg, am Donnerstagabend bei der Präsentation der ersten Gestaltungsentwürfe.
Jürgen Krämer, Vorstandsmitglied im Heimat- und Verschönerungsverein Buer und Mitglied des Initiativkreises Stolpersteine Melle, erinnerte als Initiator des Projektes an seine eigene Kindheit. Seinerzeit habe der Jüdische Friedhof eine hölzerne Eingangspforte besessen, die Ende der 1970er-/Anfang der 1980er-Jahre durch eine äußerst nüchterne Metallkonstruktion ersetzt wurde. Da dieses Tor laut Krämer „der Würde des Ortes nicht gerecht wird“, regte er das Erstellen einer neuen Pforte an – und fand damit die einhellige Zustimmung seiner Vorstandskollegen. „Der Jüdische Friedhof ist ein ganz außergewöhnlicher Ort, dem wir uns in besonderer Weise verpflichtet fühlen“, erklärte Vorsitzender Dieter Huntebrinker. „Und mit Blick auf die Optik des Eingangstores ist zweifelsohne Handlungsbedarf gegeben.“ Wie aber soll die Gestaltung der Pforte erfolgen? Um beim Ortstermin mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde unterschiedliche Gestaltungsvarianten aufzeigen zu können, schlugen die Heimatfreunde zwei verschiedene Wege ein. So bat Dieter Huntebrinker seine Nichte, die Architektin Diane Restemeyer, auf Jüdischen Friedhöfen in Ostdeutschland eine „ansprechende klassische Gestaltungsvariante“ zu recherchieren, während Jürgen Krämer den in Krukum lebenden Künstler Peter Fischer-Blessin dafür gewinnen konnte, Gestaltungsentwürfe für ein Tor zu entwickeln, „von dem für den Betrachter eine Botschaft ausgeht“.
foto Während des Ortstermins im Sunderbrook: Dieter Huntebrinker, Michael Grünberg, Margret Poggemeier, Peter Fischer-Blessin und Jürgen Krämer (von links). Foto: Erhard Poggemeier
Am Donnerstagabend nun kamen die Pläne bei dem Ortstermin im Sunderbrook im übertragenen Sinn auf den Tisch. Vorsitzender Dieter Huntebrinker präsentierte dabei ein Foto, auf dem der Eingangsbereich eines Jüdischen Friedhofes in Ostdeutschland zu sehen ist – mit einer dezent gestalteten schmiedeeisernen Pforte, die als Gestaltungselemente unter anderem zwei Davidsterne und eine schlichte gehaltene Rosette im Schlossbereich aufweist. Im Folgenden stellte Peter Fischer-Blessin seine Ideen zur Gestaltung eines neuen Tores vor. „Ich habe dabei den Friedhof als symbolträchtigen Ort gesehen, an dem sich Leben und Tod verbinden“, so der Krukumer. Im Entwurf A bildet ein Leuchter im Stil einer Menora, eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums, den Mittelpunkt der Pforte – mit einem großen Davidstern als Blickfang. Von diesem symbolischen Leuchter, der von einem Fischernetz umgeben ist, gehen Wellen aus – als Sinnbild für Weite und Freiheit. „Ein Anker, der in das Gesamtensemble integriert wurde, soll symbolisieren, dass an diesem Ort Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben“, erläuterte Fischer-Blessin. Am Fuß der Pforte sollen insgesamt zehn Steine aus dem Heiligen Land eingelassen werden, die symbolisch für die Zehn Gebote stehen. Auf Vorschlag des Künstlers könnten die beiden Flügel des Tores an zwei Pfeilern aus Backstein befestigt werden – mit der sandsteinernen Hinweistafel „Jüdischer Friedhof von 1819 der Gemeinden Buer und Rabber“ auf dem rechten und einer Sandsteintafel mit einer stilisierten Menora auf der linken Säule. Auf beide Säulen sollen als weitere besondere Gestaltungselemente zwei Kugeln ruhen, die für Vollkommenheit stehen. Auch für den Gestaltungsentwurf B hat Peter Fischer- Blessin das Einbeziehen von Steinen aus Israel angedacht. Der Gesamteindruck ist etwas schlichter gehalten – als Alternative zum ersten Entwurf. „In der linken Säule habe ich ein Mosaik in Form eines Davidsterns integriert, rechts wieder der Hinweis zum Friedhof“, führte der Künstler aus. Das Tor bestehe aus einem Geflecht von schmiedeeisernen Efeuranken und zwei neunarmigen Leuchtern, in dessen Ständer besagte Steine eingebracht werden könnten. „Der Efeu ist bei uns ein altbekanntes Symbol auch für die Heimat. In diesem Fall wäre es im doppelten Sinne zu interpretieren: einmal die Heimat hier und zum anderen die Wunschheimat Israel“, so Peter Fischer-Blessin. In einer kurzen Diskussion vor Ort fand der Gestaltungsentwurf B allgemeine Zustimmung. Er soll allerdings um einige schmiedeiserne Stäbe ergänzt werden – so, wie sie in der klassischen Friedhofspforte auf dem Jüdischen Friedhof in Ostdeutschland zu sehen sind. Außerdem wurde angeregt, die symbolischen Leuchter in den Pforten siebenarmig anzulegen – so, wie die stilisierte Menora auf der Sandsteintafel, die später eine der Backsteinsäulen zieren soll. „Hier wurde ein großartiges Projekt auf den Weg gebracht“, fand Michael Grünberg zum Abschluss der Präsentation lobende Worte – ebenso wie die Sprecherin des Initiativkreises Stolpersteine, Margret Poggemeier. Sie regte an, in die Umsetzung des Projektes auch junge Menschen einzubeziehen. Die Ausführung der Metallarbeiten soll Heimatvereinsmitglied Dieter Restemeyer übernehmen, der 1985 nach den Plänen des Künstlers Helmut Petersen den schmiedeeisernen Aufsatz für den Bueraner Kirchspielsbrunnen schuf – ein echter Hingucker in der Kirchhofsburg, dem schon bald ein Blickfang am Eingang des Jüdischen Friedhofes folgen wird.
foto Kein Schmuckstück: Das derzeitige Tor am Eingang zum Jüdischen Friedhof. Foto: Jürgen Krämer
foto Schlicht gehalten: das Tor eines Jüdischen Friedhofes in Ostdeutschland. Foto: Diane Restemeyer

Heimat- und Verschönerungsverein Buer e.V./Presse

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