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"Tracks for vagabonds" Wanderwege im bueraner Raum. Alternativ zu den schon auf dieser Seite vorhandenen Wanderwegen. betreiberlogo
mit der Möglichkeit auch GPS zu verwenden.

Der grüne See

Öffnungszeiten unserer Seehütte "Grüner See"
Freitags von 16.00 bis 22.00 Uhr
Sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr
Andere Terminwünsche nach Vereinbarung
Service: Jürgen Rein
Tel. 05742 / 703 7588
oder 0179 / 6952026
Ein Projekt unseres Vereins

Pressestimmen

9.August 2012 ©kreisblatt

Die neue Seehütte ist fertig

Kleinod ist wieder attraktives Ziel



foto Dank für das Engagement: Harald Beinke und Dieter Huntebrinker (v. l.) erhielten von Günter Uhlmannsiek Nistkästen aus Lärchenholzbrettern, mit denen auch die neue Seehütte verkleidet ist. Foto: Ingrun Waschneck
iwa BUER. „Harald Beinke von der Interessengemeinschaft Grüner See und Dieter Huntebrinker vom Heimat- und Verschönerungsverein Buer haben es sich mit viel Enthusiasmus und Engagement zur Aufgabe gemacht, den schönen Platz hier am Grünen See wieder zu einem Kleinod herzurichten“, sagte Günter Uhlmannsiek bei der Fertigstellung der neuen Seehütte. Als Dank überreichte der Tischlermeister den beiden die selbst gefertigten Nistkästen aus Lärchenholz – dem gleichen Holz, mit dem das Haus verkleidet ist
ankte sich beim Bueraner Uhlmannsiek, nicht nur für den Nistkasten, sondern auch für dessen ehrenamtlichen Einsatz bei der Außenwandverkleidung. „Mit vier weiteren Handwerkern haben Sie mit Ihrer großen Kompetenz im Holzmontagebau um die drei Container die schöne Holzhütte geschaffen“, sagte der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer (HVV). Der Entwurf dafür stammte von Harald Beinke, der den Grünen See schon seit seiner Kindheit kennt. Nachdem das alte Lokal im Dezember letzten Jahres abgerissen wurde, „habe ich mir gesagt, dass dieser Ort erhalten werden muss“. Im HVV mit dessen Vorsitzendem Dieter Huntebrinker fand er einen Mitstreiter für sein Projekt. Zunächst wurde der Hang mit großen Winkelstützen gesichert. Es folgte der Aufbau von drei containerartigen Raummodulen, die miteinander verbunden wurden. Die Haustechnik und eine Wasserleitung wurden installiert, das Dach mit Dachstuhl und Pfannen. Die Errichtung spendierte eine heimische Firma aus Markendorf. Auch das Holz für die Außenverkleidung wurde von einem Markendorfer Sägewerk kostenfrei zur Verfügung gestellt. „Wir haben Lärchenholz verwendet“, sagte Günter Uhlmannsiek. Es bekäme mit der Zeit eine schöne Patina und „verfaule, auch unbehandelt, nicht“, erklärte er. „Harald Beinke war Motor für dieses Projekt“, betonte HVV-Vorsitzender Hunterbrinker. Der Entwurf für die Seehütte stamme von dem Rödinghausener, zudem habe Beinke unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, berichtete er. Auch viele andere hätten durch freiwilligen Einsatz oder finanziell zur Wiederherstellung des schönen Fleckchens Natur beigetragen, sagte Huntebrinker. „Der Heimat- und Verschönerungsverein Buer hat das Plateau gepachtet und eine Genehmigung erhalten, für Gäste eine Art Kiosk einzurichten“, sagte Dieter Huntebrinker. Die Bewirtschaftung erfolge durch ein Ehepaar aus Börninghausen. „Geöffnet ist zunächst freitags ab 17 Uhr sowie am Wochenende“, erklärte er. „In der Seehütte ist auf rund 30 Quadratmetern Raum für rund 25 Gäste, der überdachte Freisitz bietet genauso viel Platz“, erklärte Harald Beinke. Tische, Stühle und Sonnenschirme spendierte eine Lübbecker Brauerei, sodass auf der Sonnenterrasse weitere 16 Plätze hinzukämen, sagte Beinke.

27.Juli 2012 ©kreisblatt

Ein Tor zur Erinnerung

Neue Pforte des jüdischen Friedhofs mehr als ein schmucker Eingang


Von Petra Ropers
foto In einer Feierstunde stießen sie das Tor auf zum Gedenken und zum Miteinander: Superintendent Wolfgang Loos, Pastor Ingo Krahn, HVV-Vorsitzender Dieter Huntebrinker, Kantor Baruch Chauskin, Künstler Peter Fischer-Blessin, Initiator Jürgen Krämer und Bodo-Gideon Riethmüller, Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden (von links). Fotos: Petra Ropers
BUER. Alte, verwitterte Grabsteine ziehen die Verbindung von der Zeit zur Ewigkeit. Unter mächtigen Bäumen, von einer hohen Hecke vor neugierigen Blicken geschützt, zeugen sie von einem über Jahrhunderte friedlichen Miteinander der Religionen und Kulturen, das auch in Buer gewaltsam zerschlagen wurde: Der jüdische Friedhof am Rande des Ortes ist mehr als eine Ansammlung von Grabstätten.
Als Zeugnis einer lebendigen jüdischen Gemeinde in der Region würdigte Dieter Huntebrinker, Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV) Buer, die Friedhofsanlage. Anderthalb Jahre lang wirkte deshalb der Verein auf Initiative von Vorstandsmitglied Jürgen Krämer darauf hin, den Friedhof
foto Mehr als eine Ansammlung von Grabstätten: Der jüdische Friedhof in Buer erinnert an Jahrhunderte des lebendigen, friedvollen Miteinanders, das gewaltsam zerschlagen wurde.
mit einer neuen, der Bedeutung der Stätte angemessenen Toranlage auszustatten. Im Beisein von Bodo-Gideon Riethmüller, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, wurde das Tor am Mittwoch offiziell seiner Bestimmung übergeben. „Der Landesverband ist über diese großartige Pforte sehr froh“, betonte Riethmüller. Insgesamt 210 pflegeverwaiste Friedhöfe, deren Gemeinden ausgelöscht wurden, habe der Landesverband zu verwalten. Doch die Pflege fordert erheblich mehr Mittel, als tatsächlich zur Verfügung stehen. Umso höher wertet der Verband das finanzielle und ehrenamtliche Engagement in Buer. Denn dessen Bedeutung geht für Riethmüller über die rein optische Aufwertung der Ruhestätte hinaus: „Hier wurde öffentlich dokumentiert, dass es auch um den Erhalt des Andenkens jüdischer Menschen in der Region geht.“ Mit einem Buchpräsent dankte er deshalb insbesondere Initiator Jürgen Krämer, dem HVVVorsitzenden Dieter Huntebrinker, Pastor Ingo Krahn und dem Künstler Peter Fischer- Blessin. Hinter dem von ihm entworfenen Tor erinnern 47
foto Jedes Blatt ein Unikat: Restemeyer fertigte die Efeublätter, die als dezenter Schmuck in den Torflügeln ranken. Steine von bedeutsamen Stätten des Heiligen Landes brachte eine Reisegruppe um Pastor Ingo Krahn für das neue Eingangstor mit.
Grabsteine aus 200 Jahren an die Synagogengemeinde Melle-Buer-Rabber. Zehn Steine aus dem Heiligen Land zieren neben 64 handgeschmiedete Efeublätter die beiden Torflügel und verweisen damit zugleich auf die enge Verbundenheit von Judentum und Christentum. Denn eine Reisegruppe um Pastor Ingo Krahn sammelte die Steine an für beide Religionen bedeutsamen Orten wie Bethlehem, Jericho und Jerusalem. In ihrer Unterschiedlichkeit vereint in den beiden Torflügeln schmücken sie nun sinnträchtig eine Anlage, die für Ortsbürgermeister Wilhelm Hunting ein Symbol von Offenheit und Toleranz und zugleich eine Verpflichtung ist, Vorbehalte zwischen den Kulturen und Religionen weiter abzubauen. „Wir können das Erbe unserer Väter und Großväter nicht ausschlagen und müssen immer aktiv an einem Miteinander arbeiten“, rief auch Dieter Huntebrinker dazu auf, sich weiterhin zu engagieren. Der Heimat- und Verschönerungsverein richtet dazu seinen Blick auf die junge Generation: In Zusammenarbeit mit der BBS Melle startet nach den Sommerferien ein Schulprojekt, in dem das Verständnis der verschiedenen Kulturen erarbeitet wird.

23.Juni 2012 ©kreisblatt

Projekt geht auf die Zielgerade

Einweihung der neuen Hütte am Grünen See naht



foto Idyllisch gelegen: die Aussichtsplattform am Grünen See in Markendorf mit der Schutzhütte. Fotos: Jürgen Krämer
jk BUER. Die Arbeiten laufen derzeit auf Hochtouren – und die Einweihung der neu gestalteten Anlage ist in greifbare Nähe gerückt. Bereits im August soll die Aussichtsplattform am Grünen See samt der dazugehörigen Schutzhütte offiziell eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden.
„Wir liegen voll und ganz im Zeitplan und freuen uns, dass das Projekt von zahlreichen Förderern und Sponsoren unterstützt wird“, machte der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, Dieter Huntebrinker, am Freitagnachmittag bei einem Ortstermin deutlich. In nächster Zeit gelte es, noch einige „kosmetische Maßnahmen“ durchzuführen. Dazu zählen zum einen das Eindecken des Dachs der Seehütte mit roten Dachziegeln, zum anderen das Vertäfeln der Außenwände und die Ausgestaltung der Räume im Innern des Gebäudes. Worte des Dankes fand Huntebrinker für Harald Beinke von der Interessengemeinschaft Grüner See, der „ungezählte Arbeitsstunden in die Umsetzung der Maßnahme“ investierte.
foto Soll in Kürze vollständig mit Holzbrettern vertäfelt werden: die Seehütte.
So führte der Unternehmer aus der Gemeinde Rödinghausen zusammen mit weiteren Mitstreitern auf einer Gesamtlänge von 19 Metern eine groß angelegte Hangsicherung durch, und zwar unter Einbeziehung von L-förmigen Winkelsteinen, die zwischen 2,80 Meter und 80 Zentimeter groß sind. „Am Ende haben wir den Zwischenraum zwischen dem Hang und den Betonelementen mit rund 270 Kubikmeter Erdreich aufgefüllt“, erläuterte Beinke. „Das war ein schönes Stück Arbeit.“ Angrenzend an die Winkelsteine legte der Unternehmer zusammen mit seinen Helfern eine rund 30 Meter lange Holzstützwand an, die als Sitzgelegenheit genutzt werden soll „Der Hang soll demnächst begrünt werden“, fügte Dieter Rieke von der Interessengemeinschaft hinzu. Ein Anfang sei bereits in den letzten
foto Soll in Kürze vollständig mit Holzbrettern vertäfelt werden: die Seehütte.
Tagen gemacht worden. „Da habe ich auf einem Teil des Areals Fingerhut-Pflanzen in die Erde gebracht“, berichtete der Markendorfer. Als besonderer Treffpunkt auf der Aussichtsplattform soll sich zukünftig die Seehütte erweisen, die aus drei Containerelementen besteht. „Auch wenn es sich um Fertigbauelemente handelt, wird das Ganze später dank einer Vertäfelung wie eine richtige Hütte aussehen“, machte Beinke deutlich. Das Haus habe inzwischen ein Spitzdach erhalten, das in
foto Soll in Kürze vollständig mit Holzbrettern vertäfelt werden: die Seehütte.
den nächsten Tagen mit roten Ziegeln eingedeckt werden solle. „Harald Beinke hat für diese Konstruktion die Pläne erstellt und besonders darauf geachtet, dass der Dachüberstand gut bemessen wurde“, erläuterte Dieter Huntebrinker. Auf diese Weise sei die Gewähr gegeben, dass Wanderer bei Nässe unter dem Dachüberstand Schutz fänden. Schon jetzt freuen sich die Verantwortlichen des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer und der Interessengemeinschaft Grüner See auf die Einweihung der Anlage im August. „Dann werden wir allen Helfern, Förderern und Sponsoren für deren Unterstützung danken“, machte Dieter Huntebrinker deutlich. „Wir freuen und schon heute auf diesen Tag.“

30.April 2012 ©kreisblatt

Grüner See: Die Hangsicherung läuft an

Projekt am bekannten Ausflugsziel in Markendorf geht in die nächste Runde


von Jürgen Krämer
foto Blick auf den Plan: Bei einem Ortstermin besprachen Harald Beinke, Jürgen Rein und Dieter Huntebrinker (von links) das weitere Vorgehen. Fotos: Jürgen Krämer
BUER. Das weithin bekannte Ausflugsziel Grüner See aus dem Dornröschenschlaf zu wecken – das haben sich die Stadtverwaltung, die örtliche Interessengemeinschaft sowie der Heimatund Verschönerungsverein Buer auf ihre Fahnen geschrieben
Nachdem in den vergangenen Wochen und Monaten mit vorbereitenden Maßnahmen wie dem Abriss des früheren Ausflugslokals und dem Fällen zahlreicher Bäume begonnen worden war, soll das Projekt in diesen Tagen in die nächste Runde gehen. „Wir werden jetzt die erforderliche Hangsicherung am Rande des Aussichtsplateaus vornehmen“, erläuterte Harald Beinke von der Interessengemeinschaft Grüner See. Auf einer Gesamtlänge von 19 Metern sollen seinen Angaben zufolge L-förmige Winkelsteine aufgestellt werden. „Die Betonelemente sind zwischen 2,80 und 80 Zentimeter groß und sollen auf einem Betonfundament platziert werden, das inzwischen bereits mit einer Drainage zum Ableiten von Staunässe versehen wurde“, berichtete der Vorsitzende des Heimatund Verschönerungsvereins Buer, Dieter Huntebrinker. Der Zwischenraum zwischen dem Hang und den Winkelsteinen soll mit Erdreich verfüllt werden. „Im Anschluss daran wollen wir die Betonelemente mit Holz verkleiden und mit Efeu begrünen“, sagte der Vorsitzende weiter. Jürgen Rein von der Interessengemeinschaft geht davon au, dass die Hangsicherung bis Mitte Mai zum Abschluss gebracht werden kann. Dann soll mit dem Aufbau der Seehütte begonnen werden, die aus drei Fertigbauelementen besteht. Die Module sind voll isoliert und verfügen über einen Strom-, Wasser- und Kanalanschluss.
foto Das Fundament ist vollendet: Mit 19 Betonelementen sol in Kürze dieser Hang am Rande des Aussichtsplateaus gesichert werden.
„Obwohl es sich um Fertigbauelemente handelt, wird das Ganze später dank einer Vertäfelung wie eine richtige Hütte aussehen“, machte Beinke deutlich. Das Haus solle ein Spitzdach erhalten, das mit Ziegeln eingedeckt werde. „Pächter des Plateaus und Besitzer der Seehütte ist der Heimat- und Verschönerungsverein Buer“, erklärte Huntebrinker. Die Anlage solle künftig an Interessierte – beispielsweise zum Durchführen von kleineren Veranstaltungen – gegen ein geringes Entgelt vermietet werden. Doch damit nicht genug: Der Wasserlauf, der aus dem See austritt, soll nach den Vorstellungen der Bueraner Heimatfreunde naturnah gestaltet werden. „Der kleine Bach, der derzeit noch schnurgerade entlang der Zuwegung zum See verläuft, könnte mäanderartig angelegt werden“, betonte Vorsitzender Huntebrinker. Das entspreche „viel besser der Natur“. Um dieses Vorhaben auf den Weg zu bringen, führe der Verein derzeit Gespräche mit der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück.

28.April 2012 ©kreisblatt

Projekt auf der Zielgeraden

Eingangspforte für den Jüdischen Friedhof wird in Kürze fertiggestellt


jk/pm BUER. In seiner langjährigen
foto Das Eingangstor nimmt Gestalt an: Im Gespräch mit Schmiedemeister Dieter Restemeyer (links) und Metallbauer Ulf Fredecker (rechts) zeigte sich Künstler Peter Fischer-Blessin angetan von der Ausführung. Fotos: Jürgen Krämer (3), Heimat- und Verschönerungsverein
Berufspraxis hat Ulf Fredecker schon so manches Eingangstor geschmiedet. „Aber diese Pforte ist etwas Außergewöhnliches“, machte der Metallbauer deutlich, der in diesen Tagen in der Firma Restemeyer in Markendorf einen Spezialauftrag in die Tat umsetzt: das neue Tor für den Jüdischen Friedhof im Sunderbrook vor den Toren Buers. „Hier wird exzellente Arbeit geleistet. Das sieht genau so aus, wie ich es mir bei der Gestaltung der Entwürfe vorgestellt habe“, freute sich Peter Fischer-Blessin, der das Tor im Spätsommer vergangenen Jahres im Auftrag des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer geplant hatte. Als besondere Blickfänge an der Pforte erweisen sich zehn Steine aus dem Heiligen Land, welche die Zehn Gebote symbolisieren, sowie insgesamt 64 Efeublätter, die von Dieter Restemeyer handgefertigt worden. „Jedes davon ein Unikat“, wie der Schmiedemeister nicht ohne Stolz feststellt. Das Tor selbst besteht aus zwei Flügeln, die jeweils 1,38 Meter hoch und 1,20 Meter groß sind.
foto Die gemauerten Pfeiler nahmen Dieter Huntebrinker (links) und Jürgen Krämer in Augenschein.
Das Gesamtgewicht, so die Schätzungen von Dieter Restemeyer und Ulf Fredecker, belaufe sich auf etwa 140 Kilogramm. Inzwischen wurden am Eingang des Jüdischen Friedhofes zwei Pfeiler errichtet, an denen das Tor in Kürze befestigt werden soll. „Für den Bau dieser Pfeiler verwendeten wir Ziegelsteine eines Spezialherstellers aus Bad Laer“, berichtete der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, Dieter Huntebrinker. In jeden Pfeiler soll jeweils eine 44 mal 35 cm große Platte aus Ibbenbürener Sandstein eingelassen werden. Die eine Tafel trägt die Aufschrift „Jüdischer Friedhof von 1819 – Synagogengemeinde Buer - Melle - Rabber“. Auf der anderen Platte ist ein Davidstern zu sehen, wie Steinmetzmeister Eckhard Oldemeyer aus Bulsten erläuterte. Der Initiator des Projektes, Jürgen Krämer, wertete es als positiv, dass die Umsetzung der Pläne von Peter Fischer- Blessin reibungslos verlaufen: „Wir haben erneut auf die richtigen Fachleute gesetzt – und unsere Erwartungen wurden bislang vollends erfüllt. Schon heute freuen wir uns auf die bevorstehende Einweihung der neuen Eingangspforte.“
foto Präsentiert eine der beiden Sandsteintafeln, die in die Pfeiler eingelassen werden: Eckhard Oldemeyer.
foto In Stein gemeißelt: Der Davidstern gilt heute vor allem als das Symbol des Judentums und des Volkes Israel.

26.März 2012 ©kreisblatt

Neue Projekte in Vorbereitung

Heimat- und Verschönerungsverein Buer punktet mit vielen Ideen


jk BUER. Der Heimat- und Verschönerungsverein Buer beschäftigt sich derzeit mit der Umsetzung zweier Projekte: der optischen Aufwertung des Aussichtsplateaus am Grünen See in Markendorf und der Gestaltung einer neuen Eingangspforte für den jüdischen Friedhof im Sunderbrook vor den Toren Buers.
foto Aus einem Guss: Die Betonfundamente für die Stützpfeiler der neuen Pforte für den jüdischen Friedhof wurden in den vergangenen Tagen erstellt. Fotos: Jürgen Krämer
Beide Vorhaben laufen nach Plan und blicken ihrer Vollendung entgegen, wie Vorsitzender Dieter Huntebrinker jetzt während der Jahreshauptversammlung im Heimathaus Osnabrücker Tor mitteilte. Anlass genug für die Heimatfreunde, bereits zwei neue Ideen voranzutreiben. Erstes Projekt: Nach dem erfolgreichen Verlauf der Ausstellung „Glocken im Kirchspiel Buer“ wird es im Heimathaus in Kürze eine neue Präsentation geben. Frei nach dem Motto „Buer im Spiegel der Kunst“ sollen pünktlich zum „Kunsthandwerkermarkt in der Kirchhofsburg“ Gemälde, Aquarelle und Kohlezeichnungen von Helmut Petersen, Ralf Mehrpohl, Hermann Schlüer und Peter Eickmeyer im Domizil der Heimatfreunde zu sehen sein. Dabei handelt es sich ausschließlich um Bilder mit Motiven aus dem Kirchspiel Buer. Zweites Vorhaben: Schon jetzt richtet der Heimat- und Verschönerungsverein seinen Blick auf das Jahr 2013. „Dann jährt sich zum 150. Mal die letzte Hofsprache der Wetterfreien“, erläuterte Dieter Huntebrinker. Unter der Federführung von Ulla Remmert werde derzeit ein großes Jubiläumsfest vorbereitet, welches auf dem Amthof in Wetter stattfinden wird. Die Geschichte der Wetterfreien solle in schriftlicher Form dargelegt und in der nächsten Ausgabe der „Grönenberger Heimathefte“ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In seiner Rückschau auf das Jahr 2011 wies der Vorsitzende auf zahlreiche Aktivitäten hin. So seien in bewährter Weise Vortragsabende angeboten worden, die zwischen 35 und 65 Personen in ihren Bann zogen. Als voller Erfolg hätten sich der Jahresausflug nach Leer mit 60 Teilnehmern, die neuntägige Island- Reise mit 32 Personen und die Sechs-Tage-Fahrt nach Frauenstein mit 50 Teilnehmern erwiesen. Die diesjährige Sommerfahrt führe nach Magdeburg – und vom 23. bis 27. September sei eine Reise nach Rotenburg ob der Tauber geplant. Als Selbstläufer bezeichnete der Redner die regelmäßig durchgeführten Wanderungen, an denen sich zwischen 45 und 60 Teilnehmer beteiligten. Neben den individuell ausgearbeiteten Routen habe auch das kulinarische Rahmenprogramm, das mit den Wanderungen verbunden war, bei den Startern ein lebhaftes Echo gefunden. Als einen Höhepunkt im Jahresprogramm bezeichnete der Redner den 111. Deutschen Wandertag in Melle. Die Bueraner Heimatfreunde hätten diese Veranstaltung mit der Ausgestaltung von drei Kernwanderungen begleitet. Außerdem seien sie mit dem „Bueraner Wagen“ beim großen Festumzug vertreten gewesen. Lobende Worte fand der Vorsitzende für Vereinsmitglied Manfred Kloweit-Hermann. Der Meesdorfer verfasste eine Dokumentation über den Kellenberg, die im Sommer 2011
foto Die Hangsicherung stellt am Grünen See eine besondere Herausforderung dar.
in Form eines „Grönenberger Heimatheftes“ veröffentlicht wurde. Einen weiteren Schwerpunkt der Vereinsarbeit bildete im Berichtszeitraum das Instandhalten und Beschildern von Wanderwegen – ein Aufgabenspektrum, das die Heimatfreunde auch in Zukunft fordern wird. Zum Abschluss seines Berichtes dankte Dieter Huntebrinker seinen Vorstandskollegen Peter Bahr, Andreas Bowenkamp, Dieter Horst, Rolf Kellermann, Jürgen Krämer und Hartmut Langenberg für die harmonische und erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahre 2011. Nach der Vorlage des Kassenberichtes durch Schatzmeister Peter Bahr erfolgte die einstimmige Entlastung des Führungsgremiums. Im Anschluss an die Regulairen referierte Heribert Genreith zum Thema „Varus in der Nachbarschaft“, der viel Beifall fand.

15.Dezember 2011 ©kreisblatt

foto Malerisch gelegen: Der Grüne See, das bekannte Ausflugsziel in Markendorf.
foto Inzwischen Geschichte: das ehemalige Ausflugslokal am Grünen See.

Touristisches Kleinod soll aufgewertet werden

Grüner See: Heimat- und Verschönerungsverein Buer startet Projekt

Von Jürgen Krämer
foto Der Startschuss ist gefallen: Am Mittwochnachmittag wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen. Fotos: Jürgen Krämer

BUER. Nachdem die Vorgespräche zur Vorbereitung der Maßnahme bereits Monate in Anspruch genommen hatten, ist am Mittwochnachmittag der Startschuss zur Neugestaltung des touristischen Kleinodes im Wiehengebirge gefallen – mit dem Abbruch des Ausflugslokals am Grünen See in Markendorf.

Das weithin bekannte Ausflugsziel steht bei Spaziergängern, Wanderern, Nordic Walker und Mountainbikern nach wie vor hoch im Kurs. Einziges Problem: Der einstige Gastronomiebetrieb, der nach dem Zweiten Weltkrieg von Karl Metting ins Leben gerufen worden und seit längerer Zeit verwaist war, stellte einen Schandfleck im Gesamtensemble dar. Anlass genug für den Heimat- und Verschönerungsverein Buer, mit
foto Vorsicht: Nordöstlich des Sees befindet sich ein gefährlicher Steilhang.
finanzieller Unterstützung der Stadt eine Neugestaltung der Anlage auf den Weg zu bringen. „Eine Sanierung des barackenähnlichen Gebäudes samt Anbauten hätte sich als zu kostenträchtig erwiesen“, erläuterte Stadtrat Dirk Hensiek zum Auftakt der Abbrucharbeiten bei einem Ortstermin. Aus diesem Grunde sei die Stadt dem Heimat- und Verschönerungsverein für dessen Bereitschaft dankbar, das Projekt federführend zu begleiten. „Der Grüne See ist ein beliebter Treffpunkt der Markendorfer Bevölkerung, die es in den vergangenen Jahren sehr bedauert, dass das frühere Ausflugslokal dem Verfall preisgegeben war und über einen längeren Zeitraum hinweg nicht mehr als Begegnungsstätte genutzt werden konnte“, erläuterte Vorsitzender Dieter Huntebrinker. Einige dieser Bürger seien an den Heimat- und Verschönerungsverein mit der Bitte herangetreten, Abhilfe zu schaffen. „Wir standen diesem Ansinnen positiv gegenüber – und nach Abschluss der Vorgespräche sind für froh und glücklich, dass heute mit dem Abbruch der maroden Gebäude begonnen werden kann“, sagte Huntebrinker weiter. Die Arbeiten sollten bereits Ende dieser Woche zum Abschluss gebracht werden. Wie soll es danach weitergehen? Um kurzfristig Ersatz für das abgerissene Häuschen zu schaffen, haben die Heimatfreunde eine Ein- Raum-Lösung favorisiert. „Dieses Kompaktmodell ist ausbaufähig und soll später verkleidet und mit einer Dachkonstruktion versehen werden“, berichtete der Vorsitzende. Anfang kommenden Jahres solle
foto Idyllisch: Ein Wasserfall zählt zu den besonderen Anziehungspunkten am Grünen See.
im rückwärtigen Bereich des früheren Lokals eine Hangsicherung durchgeführt werden. „Und zwar auf einer Gesamtlänge von etwa 20 Metern“, wie Frank Tubbesing von der Stadtverwaltung während des Ortstermins berichtete. Die Stadt selbst, so Dirk Hensiek, stelle für die Maßnahme 20 000 Euro zur Verfügung.
foto Freuen sich über den Auftakt der Maßnahme: Dirk Hensiek, Dieter Huntebrinker und Frank Tubbesing (von links).
foto Zweckmäßig: Eine ausbaufähige Ein-Raum-Lösung soll an die Stelle des abgebrochenen Lokals treten.

18.November 2011 ©kreisblatt

foto Die endgültige Fassung: So soll die neue Pforte für den Jüdischen Friedhof im Sunderbrook bei Buer aussehen. Die Einweihung der Pforte soll im Frühjahr 2012 erfolgen. Zeichnung: Peter Fischer-Blessin

Steine aus dem Heiligen Land

Symbole für die Zehn Gebote sollen das neue Friedhofstor zieren

pm/jk BUER. Die Planungen zur Gestaltung einer neuen Pforte für den Jüdischen Friedhof im Sunderbrook bei Buer nehmen Form an.
Nachdem der Vorstand des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens mit seinem Vorsitzenden Michael Fürst an der Spitze erst kürzlich eine Änderung an dem bislang vom Heimat- und Verschönerungsverein Buer favorisierten Entwurf angeregt hatte, stellte Künstler Peter Fischer- Blessin am Dienstagabend in Buer die endgültige Gestaltungsvariante des Tores vor. „Wir sind sehr angetan von diesem Projekt, das als außergewöhnlich zu bezeichnen ist, und hoffen, dass die neue Pforte genauso schön gestaltet wird, wie sie auf dem Entwurf zu sehen ist“, hatte kurz vor der offiziellen Präsentation der Beauftragte des Landesverbandes, Bodo Gideon Riethmüller, in einem Telefonat mit Jürgen Krämer erklärt, der dieses Projekt als Vorstandsmitglied des Heimat- und Verschönerungsvereins initiierte. Wie sieht nun der endgültige Plan aus? Auf Vorschlag des Künstlers sollen die beiden Flügel des Tores an zwei Pfeilern aus Backstein befestigt werden – mit der sandsteinernen Hinweistafel „Jüdischer Friedhof von 1819 der Gemeinden Buer und Rabber“ auf dem rechten und einem Mosaik in Form eines Davidsterns an der linken Säule. Auf beide Säulen sollen als weitere besondere Gestaltungselemente zwei Kugeln ruhen, die für Vollkommenheit stehen. Das Tor selbst besteht aus einem Geflecht von schmiedeeisernen Efeuranken und zwei stilisierten Menora-Leuchtern, in deren Ständer Steine aus dem Heiligen Land eingebracht werden sollen. „Der Efeu ist bei uns ein altbekanntes Symbol auch für die Heimat. In diesem Fall wäre es im doppelten Sinne zu interpretieren: einmal die Heimat hier und zum anderen die Wunschheimat Israel“, so Peter Fischer-Blessin. Der Präsentation des endgültigen Entwurfs wohnte auch Pastor Ingo Krahn bei. Und das aus gutem Grund; denn der Geistliche hatte unlängst mit evangelischen Christen aus Hoyel, Neuenkirchen, Melle-Mitte und aus dem Raum Peine eine Reise nach Israel unternommen – mit einem Spezialauftrag. „Wir sollten während dieser Rundreise Steine für die Pforte zusammentragen“, berichtete der Pastor. Die Umsetzung dieses Auftrags habe sich für alle Beteiligten als ein spannendes Unterfangen erwiesen.
foto Präsentierten Fundstücke aus dem Heiligen Hand, die für das neue Tor auf dem Jüdischen Friedhof bestimmt sind: Dieter Huntebrinker, Peter Fischer-Blessin, Ingo Krahn und Jürgen Krämer (von links).
Foto: Heimat- und Verschönerungsverein Buer
So sammelten die Reisenden Steine an den vier heiligen Orten Jerusalem, Hebron, Safed und Tiberias. „Weitere Steine stammen vom Ufer des Sees Genezareth, vom Ölberg, aus Masala am Toten Meer, aus Jericho, Bethlehem und aus Beersheba, dem südlichsten Ort des biblischen Israel“, erläuterte Ingo Krahn, der sich erleichtert darüber zeigte, dass es vor dem Transfer nach Deutschland keine Probleme mit dem israelischen Zoll gab. Was die Reisegruppe außerdem mit in den Grönegau brachte: Wasser aus dem Jordan. „Reiseteilnehmerin Jutta Milker schlug vor, dieses Wasser symbolisch beim Anrühren des Mörtels für das Fundament der Säulen einzusetzen“, berichtete der Pastor. Ein Vorschlag, der von Peter Fischer-Blessin und den beiden Heimatvereins- Vorstandsmitgliedern Dieter Huntebrinker und Jürgen Krämer mit sichtlicher Begeisterung aufgenommen wurde.

23.August 2011 ©kreisblatt

„Eine Eingangspforte mit Botschaft“

Jüdischer Friedhof im Sunderbrook soll neues Tor erhalten – Heimat- und Verschönerungsverein Buer startet Projekt

foto Begräbnisstätte vor den Toren Buers: Vom Jüdischen Friedhof aus eröffnet sich der Blick auf das Dorf mit dem imposanten Turm der St.-Martini-Kirche.
pm/jk BUER. Der Heimatund Verschönerungsverein Buer möchte mit einem neuen Projekt seinem Namen alle Ehre machen: Er wird in nächster Zeit ein neues Eingangstor für den Jüdischen Friedhof gestalten lassen, das die derzeitige Pforte ersetzen soll. „Dieses Vorhaben ist ganz in unserem Sinne und erfüllt uns mit großer Freude“, erklärte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Osnabrück, Michael Grünberg, am Donnerstagabend bei der Präsentation der ersten Gestaltungsentwürfe.
Jürgen Krämer, Vorstandsmitglied im Heimat- und Verschönerungsverein Buer und Mitglied des Initiativkreises Stolpersteine Melle, erinnerte als Initiator des Projektes an seine eigene Kindheit. Seinerzeit habe der Jüdische Friedhof eine hölzerne Eingangspforte besessen, die Ende der 1970er-/Anfang der 1980er-Jahre durch eine äußerst nüchterne Metallkonstruktion ersetzt wurde. Da dieses Tor laut Krämer „der Würde des Ortes nicht gerecht wird“, regte er das Erstellen einer neuen Pforte an – und fand damit die einhellige Zustimmung seiner Vorstandskollegen. „Der Jüdische Friedhof ist ein ganz außergewöhnlicher Ort, dem wir uns in besonderer Weise verpflichtet fühlen“, erklärte Vorsitzender Dieter Huntebrinker. „Und mit Blick auf die Optik des Eingangstores ist zweifelsohne Handlungsbedarf gegeben.“ Wie aber soll die Gestaltung der Pforte erfolgen? Um beim Ortstermin mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde unterschiedliche Gestaltungsvarianten aufzeigen zu können, schlugen die Heimatfreunde zwei verschiedene Wege ein. So bat Dieter Huntebrinker seine Nichte, die Architektin Diane Restemeyer, auf Jüdischen Friedhöfen in Ostdeutschland eine „ansprechende klassische Gestaltungsvariante“ zu recherchieren, während Jürgen Krämer den in Krukum lebenden Künstler Peter Fischer-Blessin dafür gewinnen konnte, Gestaltungsentwürfe für ein Tor zu entwickeln, „von dem für den Betrachter eine Botschaft ausgeht“.
foto Während des Ortstermins im Sunderbrook: Dieter Huntebrinker, Michael Grünberg, Margret Poggemeier, Peter Fischer-Blessin und Jürgen Krämer (von links). Foto: Erhard Poggemeier
Am Donnerstagabend nun kamen die Pläne bei dem Ortstermin im Sunderbrook im übertragenen Sinn auf den Tisch. Vorsitzender Dieter Huntebrinker präsentierte dabei ein Foto, auf dem der Eingangsbereich eines Jüdischen Friedhofes in Ostdeutschland zu sehen ist – mit einer dezent gestalteten schmiedeeisernen Pforte, die als Gestaltungselemente unter anderem zwei Davidsterne und eine schlichte gehaltene Rosette im Schlossbereich aufweist. Im Folgenden stellte Peter Fischer-Blessin seine Ideen zur Gestaltung eines neuen Tores vor. „Ich habe dabei den Friedhof als symbolträchtigen Ort gesehen, an dem sich Leben und Tod verbinden“, so der Krukumer. Im Entwurf A bildet ein Leuchter im Stil einer Menora, eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums, den Mittelpunkt der Pforte – mit einem großen Davidstern als Blickfang. Von diesem symbolischen Leuchter, der von einem Fischernetz umgeben ist, gehen Wellen aus – als Sinnbild für Weite und Freiheit. „Ein Anker, der in das Gesamtensemble integriert wurde, soll symbolisieren, dass an diesem Ort Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben“, erläuterte Fischer-Blessin. Am Fuß der Pforte sollen insgesamt zehn Steine aus dem Heiligen Land eingelassen werden, die symbolisch für die Zehn Gebote stehen. Auf Vorschlag des Künstlers könnten die beiden Flügel des Tores an zwei Pfeilern aus Backstein befestigt werden – mit der sandsteinernen Hinweistafel „Jüdischer Friedhof von 1819 der Gemeinden Buer und Rabber“ auf dem rechten und einer Sandsteintafel mit einer stilisierten Menora auf der linken Säule. Auf beide Säulen sollen als weitere besondere Gestaltungselemente zwei Kugeln ruhen, die für Vollkommenheit stehen. Auch für den Gestaltungsentwurf B hat Peter Fischer- Blessin das Einbeziehen von Steinen aus Israel angedacht. Der Gesamteindruck ist etwas schlichter gehalten – als Alternative zum ersten Entwurf. „In der linken Säule habe ich ein Mosaik in Form eines Davidsterns integriert, rechts wieder der Hinweis zum Friedhof“, führte der Künstler aus. Das Tor bestehe aus einem Geflecht von schmiedeeisernen Efeuranken und zwei neunarmigen Leuchtern, in dessen Ständer besagte Steine eingebracht werden könnten. „Der Efeu ist bei uns ein altbekanntes Symbol auch für die Heimat. In diesem Fall wäre es im doppelten Sinne zu interpretieren: einmal die Heimat hier und zum anderen die Wunschheimat Israel“, so Peter Fischer-Blessin. In einer kurzen Diskussion vor Ort fand der Gestaltungsentwurf B allgemeine Zustimmung. Er soll allerdings um einige schmiedeiserne Stäbe ergänzt werden – so, wie sie in der klassischen Friedhofspforte auf dem Jüdischen Friedhof in Ostdeutschland zu sehen sind. Außerdem wurde angeregt, die symbolischen Leuchter in den Pforten siebenarmig anzulegen – so, wie die stilisierte Menora auf der Sandsteintafel, die später eine der Backsteinsäulen zieren soll. „Hier wurde ein großartiges Projekt auf den Weg gebracht“, fand Michael Grünberg zum Abschluss der Präsentation lobende Worte – ebenso wie die Sprecherin des Initiativkreises Stolpersteine, Margret Poggemeier. Sie regte an, in die Umsetzung des Projektes auch junge Menschen einzubeziehen. Die Ausführung der Metallarbeiten soll Heimatvereinsmitglied Dieter Restemeyer übernehmen, der 1985 nach den Plänen des Künstlers Helmut Petersen den schmiedeeisernen Aufsatz für den Bueraner Kirchspielsbrunnen schuf – ein echter Hingucker in der Kirchhofsburg, dem schon bald ein Blickfang am Eingang des Jüdischen Friedhofes folgen wird.
foto Kein Schmuckstück: Das derzeitige Tor am Eingang zum Jüdischen Friedhof. Foto: Jürgen Krämer
foto Schlicht gehalten: das Tor eines Jüdischen Friedhofes in Ostdeutschland. Foto: Diane Restemeyer

13.August 2011 ©kreisblatt

Leidenschaftliches Plädoyer für den Wald

Neues Grönenberger Heimatheft erschienen

jk BUER. Drei Jahre lang recherchierte Manfred Kloweit- Herrmann vor Ort in der freien Natur, führte Gespräche mit ausgewiesenen Kennern des Gebietes und wertete Quellen unterschiedlichster Art aus – von einschlägiger Literatur über Zeitungen und Zeitschriften bis hin zum Internet. Anschließend brachte er die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu Papier – ein Manuskript, das jetzt die Grundlage für die neueste Ausgabe der Grönenberger Heimathefte“ bildete. „Der Kellenberg – Brückenschlag zwischen Mensch und Natur“ lautet der Titel der des Heftes Nummer 27, das der Heimatverein Melle jetzt druckfrisch herausgegeben hat. „In seinen Darlegungen finden wir ein leidenschaftliches Plädoyer für den Deutschen Wald, nicht nur für die Biodiversität unserer Wälder, die ja gerade in der Gegenwart entsprechende Beachtung findet, sondern besonders auch für die heimatlichen Aspekte ihrer sprachlich- historischen Entwicklung. Seine Argumente kommen nicht nur aus eigenen Anschauungen, sind nicht theorisierend. Sie bedienen sich sowohl der Äußerungen der befragten Mitbürger wie auch wissenschaftlicher Kriterien. Romantische Momente kommen auch nicht zu kurz.“ Mit diesen Worten lobt Hartmut Wippermann die Arbeit des Autors. Für den Vorsitzenden des Heimatvereins Melle steht fest: „Manfred Kloweit-Herrmann hat gewissenhaft recherchiert. Für den Wanderer gibt das Heft unter anderem erschöpfende Auskünfte zu den Lebensgewohnheiten unserer Vorfahren. Das große Verdienst dieser Arbeit liegt aber auch in dem Bemühen, für die Gesundheit der Natur wertvolle Beiträge zu leisten.“ Aus insgesamt 130 Seiten greift der Verfasser, der Mitglied des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer ist, in mehr als 60 Kapiteln Themen unterschiedlichster Art auf, darunter den Waldlehrpfad, das Arboretum, den Grünen See und Huntemühlen. Aber auch Themenbereiche wie „Altholzinseln“, „Naturschutz“, „Die Jagd“, „Gewässer“, „Waldschäden“ und „Luftschadstoffe“ beleuchtet der Autor in dieser äußerst übersichtlich und lesefreundlich gestalteten Schrift. „Der Kellenberg, am Rande der Stadt Melle gelegen, legt beispielhaft Zeugnis darüber ab, wie es gelingen kann, die Belange der Natur und individuelle Interessen gleichermaßen zu berücksichtigen“, macht Manfred Kloweit-Hermann deutlich, dem der besondere Dank des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer gilt. „Wir begrüßen die Initiative unseres Mitgliedes, sich des Themas ,Kellenberg´ anzunehmen und diese nun vorliegende Dokumentation zu veröffentlichen“, erklärte Vorsitzender Dieter Huntebrinker bei der offiziellen Vorstellung. In seinen Dank schloss der den Heimatverein Melle ein, der die Drucklegung des Heftes ermöglichte. Die Publikation selbst hat Manfred Kloweit-Herrmann „Den Bürgern im Grönegau und ihren Gästen“ gewidmet. Sie ist in Melle-Mitte in der Buchhandlung Sutmöller und in Buer im Blumenhaus Rullkötter erhältlich.
foto Freuen sich über das gelungene Werk: Dieter Huntebrinker, Manfred Kloweit-Herrmann und Hartmut Wippermann (von links). Foto: Jürgen Krämer

10.August 2011 ©kreisblatt

foto Staatsmann: Bundespräsident Richard von Weizsäcker übergab die Auszeichnung höchstpersönlich an den Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer. Fotos: Jürgen Krämer (6)
foto Mit Plakette und Verleihungsurkunde: Die Vorstandsmitglieder Georg Becker, Dieter Huntebrinker, Friedrich Kohmöller, Wilhelm Hensiek, Jürgen Krämer und Fritz Rolfing (von links) während des Festaktes. Foto: Karl-Heinz Voth

Bundespräsident lobte das Wirken der Bueraner

Rückschau auf den Deutschen Wandertag 1985: Richard von Weizsäcker übergab Eichendorff-Plakette an Heimatverein

foto Erinnerungsstück: Die offizielle Wanderplakette des 85 Deutschen Wandertages in Osnabrück wurde aus Ton gebrannt. Sie befindet sich seit vielen Jahren im Archiv der Bueraner Heimatfreunde. foto Aus Porzellan: Auch das Konterfei Joseph Freiherr von Eichendorffs ist auf der Plakette zu sehen. foto Kleines Kunstwerk: die Eichendorff-Plakette mit dem Bundesadler.
von Jürgen Krämer
foto Glückwunsch: Vorsitzender Wilhelm Hensiek (r.), zusammen mit dem Präsidenten des Wiehengebirgsverbandes, Clemens Arkenstette (Mitte), und dem Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine, Konrad Schubach.
BUER/OSNABRÜCK. Sonntag, 21. Juli 1985: Ein herrlicher Sommertag lag über der alten Bischofsstadt Osnabrück, als Georg Becker, Wilhelm Hensiek, Dieter Huntebrinker, Friedrich Kohmöller, Jürgen Krämer und Fritz Rolfing vom Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer zusammen mit weiteren Mitstreitern aus dem Grönegaudorf am Fuße des Stuckenberges in der Osnabrücker Stadthalle eintrafen.
Dem Vorstandsteam kam an diesem Vormittag eine äußerst angenehme Aufgabe zu. Es durfte während der Festveranstaltung zum 85. Deutschen Wandertag die Eichendorff- Plakette aus der Hand von Bundespräsident Richard von Weizsäcker entgegennehmen – eine seltene Auszeichnung, die der erste Mann des Staates ausschließlich Heimatvereinen zuerkennt, die ein Mindestalter von 100 Jahren aufweisen und sich herausragende Verdienste um die Allgemeinheit erworben haben. Ein imposantes Bild bot sich den 2000 Gästen, als die Wimpelträger der auf dem Deutschen Wandertag vertretenen Vereine und Verbände zum Auftakt des Festaktes in den Europasaal der Stadthalle einmarschierten – musikalisch begleitet vom Blasorchester Hannover, das zur Feier des Tages ein Wanderliederpotpourri zu Gehör brachte. In seiner Festansprache stellte Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Bedeutung der Wandergebiete innerhalb der Bundesrepublik Deutschland heraus. „Es muss die Sorge aller sein, die noch am wenigsten berührten Bereiche davor zu bewahren, dass sie mit Plastik- und Blechlawinen zugedeckt werden“, machte das Staatsoberhaupt mit Nachdruck deutlich. Den Heimat- und Wandervereinen komme hierbei eine ganz besondere Bedeutung zu. Dann folgte die Übergabe der Eichendorff- Plakette und der vom Bundespräsidenten unterzeichneten Verleihungsurkunde. In ihr heißt es unter anderem: „Dem Heimat- und Verschönerungsverein Buer in Melle – gegründet 1883 – verleihe ich die Eichendorff-Plakette als Auszeichnung für die in langjährigem Wirken erworbenen besonderen Verdienste um die Pflege und Förderung des Wanderns, des Heimatgedankens und des Umweltbewusstseins.“ In einem ausführlichen Bericht über die Ehrung, der kurz darauf im „Meller Kreisblatt“ erschien, heißt es unter anderem: „Den Ausschlag für die Verleihung dieser erstmals im Jahre 1983 vom damaligen Bundespräsidenten Karl Karstens gestifteten Plakette hatte das vorbildliche Engagement des Heimatund Verschönerungsvereins Buer im Bereich der Heimatpflege gegeben. Nachstehend sollen einige der zahlreichen Verdienste aufgeführt werden: Seit geraumer Zeit betreut der Verein ein rund 80 Kilometer umfassendes Wanderwegenetz mit acht Schutzhütten und vielen Bänken. Darüber hinaus unterhält die Organisation in landschaftlich reizvoller Umgebung den einzigen Waldlehrpfad des Grönegaus.
foto Publikumsmagnet: Nach der Feierstunde in der Stadthalle fanden ein Festumzug durch die Osnabrücker Innenstadt und eine Kundgebung am Heger Tor statt. Tausende von Menschen aus allen Teilen des Bundesgebietes waren auf den Beinen, um diese außergewöhnlichen Ereignisse mitzuerleben.
Dem zurzeit 230 Personen zählenden Mitgliederstamm wird alljährlich ein attraktives Programm mit Tagesfahrten, Kurzwanderungen und Vortragsabenden angeboten. Höhepunkte im Vereinsleben waren die Ausarbeitung und Herausgabe des Buches ,Kirchspiel Buer – Bilder aus vergangener Zeit‘ im Jahre 1983 sowie die Ausrichtung der 100-Jahr-Feier im selben Jahr. 1984 konnte die Tonbildschau ,Ein Streifzug durch das Bueraner Land‘ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden, und erst vor Kurzem wurde der mit Unterstützung der Stadt Melle erstellte Kulturraum seiner Bestimmung übergeben. Alle diese verdienstvollen Aktivitäten fanden jetzt mit der Verleihung der Eichendorf- Plakette ihre Würdigung.“

29.Mai 2011 ©kreisblatt

foto Das Kirchspiel Buer – ein Wanderparadies: Nur wenige Meter vom neuen Parkplatz entfernt eröffnet sich Ausflüglern ein herrlicher Blick in die Umgebung. Fotos: Jürgen Krämer jk BUER. Die Planungen sind abgeschlossen, die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren – und bereits in wenigen Tagen kann die Anlage von Ausflüglern als Abstellplatz für Fahrzeuge genutzt werden: Am Linkerberg in Markendorf entsteht derzeit ein neuer Wanderparkplatz. Zu verdanken ist das dem Bueraner Bürger Walter Heermann, der hierfür eine rund 300 Quadratmeter große Fläche uneigennützig zur Verfügung stellte. „Wir freuen uns sehr über diese Privatinitiative“, erklärte Dieter Huntebrinker als Vorsitzender des Heimatund Verschönerungsvereins Buer, der die Patenschaft für den neuen Parkplatz übernommen hat. Das Areal befinde sich in einer landschaftlich überaus reizvollen Lage, die immer wieder von Ausflüglern als Ausgangspunkt für Wanderungen in die nähere und weitere Umgebung genutzt werde – mit Anbindung an bedeutende Wanderstrecken wie dem Wittekindsweg. Das Kernproblem, das sich bislang stellte: Da es an geeigneten Einstellplätzen mangelte, stellten viele Erholungsuchende ihre Autos auf einem nahe gelegenen Privatgrundstück ab, was bei den Bewohnern zu Verdruss führte. „Damit ist jetzt Schluss“, stellte Huntebrinker fest. Sein Dank galt neben Walter Heermann für das Bereitstellen des Grundstücks auch der Stadt Melle, die das Anlegen des Parkplatzes mit einer Summe in Höhe von 12 000 Euro unterstützte. Auf der Fläche entstünden derzeit insgesamt zwölf Einstellplätze. Um das Areal optisch aufzuwerten, sei eine Begrünung mit standortgerechten Sträuchern vorgesehen. „Der Betrag in Höhe von 12 000 Euro ist aus unserer Sicht gut angelegtes Geld, betonte Stadtrat Dirk Hensiek. Die Maßnahme trage entscheidend dazu bei, die Parkplatzsituation vor Ort zu optimieren – im Interesse der Anlieger und zum Wohle der Ausflügler Mit der Umsetzung der Maßnahme unterstützt der Heimat- und Verschönerungsverein Buer die Initiative der Stadt, den Grönegau über den 111. Deutschen Wandertag in Melle hinaus als Wanderregion bundesweit zu etablieren. Der neue Parkplatz diene auch als Ausgangspunkt für drei neue Wanderwege, die von ihm in den vergangenen Wochen und Monaten konzipiert worden seien, erläuterte Walter Heermann. Einer dieser Wege führe zum weithin bekannten Ausflugsziel Grünen See,
foto Freuen sich über den erfolgreichen Verlauf des Projektes: Heimatvereinsvorsitzender Dieter Huntebrinker, Grundstückseigentümer Walter Heermann und Stadtrat Dirk Hensiek (von links), hier bei einem Ortstermin.
das in nächster Zeit durch umfangreiche Neugestaltungsmaßnahmen weiter aufgewertet werden soll. Vom neuen Wanderparkplatz aus, so Walter Heermann weiter, seien auch verschiedene attraktive Wandergebiete in der Gemeinde Rödinghausen zu erreichen, mit der ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis gepflegt werde. Ein besonderer Anziehungspunkt in diesem Gebiet: der Aussichtsturm auf dem Nonnenstein. Der Heimatfreund zeigte sich angetan vom raschen Verlauf der Arbeiten. Nach dem Baubeginn am Montag vergangener Woche habe der Parkplatz inzwischen an Kontur gewonnen. „Wir gehen davon aus, dass der Parkplatz bereits in wenigen Tagen genutzt werden kann“, erklärte Walter Heermann abschließend.

29.März 2011 ©kreisblatt

foto Präsentierten die historische Fahne am Rande der Jahreshauptversammlung im Heimathaus: die Vorstandsmitglieder Peter Bahr, Dieter Huntebrinker und Hartmut Langenberg. Fotos: Jürgen Krämer

Alte Fahne erinnert an den Krieger-Verein

Heimat- und Verschönerungsverein zog Bilanz

foto Sehenswert: Auch mit einem besonderen Zierrat wartet die Fahne auf
jk BUER. Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie in der Zwischendecke eines Wohn- und Geschäftshauses im Bueraner Ortskern versteckt gehalten. Danach galt sie über Jahrzehnte hinweg als verschollen – die Fahne des Krieger-Vereins zu Buer.Im Zuge von Aufräumarbeiten fiel das seltene Stück jetzt einem Bueraner Bürger zufällig in die Hände – und der übertrug dem Heimatund Verschönerungsverein das Relikt aus längst vergangenen Zeiten als Dauerleihgabe. „Wir freuen uns, diese historische Fahne in den Bestand unseres Heimathauses aufnehmen zu können“, freute sich Vorsitzender Dieter Huntebrinker am Mittwochabend während der Jahreshauptversammlung, zu der sich zahlreiche Mitglieder im Vereinsdomizil am Osnabrücker Tor eingefunden hatten. Die ungefähr 1,50 mal 1,50 Meter große Fahne, die in Verbindung mit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 stehe, gebe Anlass, sich über kurz oder lang mit der Geschichte des Krieger-Vereins zu Buer auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand traditionsgemäß der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden. In seiner Rückschau erinnerte Dieter Huntebrinker daran, dass der Verein seit nunmehr 50 Jahren in den Wintermonaten Vortragsabende ausrichte. In diesen fünf Dekaden hätten insgesamt 198 Veranstaltungen stattgefunden, die mehr als 8000 Besucher anlockten. „Auf große Resonanz stößt in unserem Heimathaus nach wie vor die Ausstellung über die Glocken im Kirchspiel Buer, die im Herbst 2009 aus Anlass der Wiedereinweihung des Bueraner Glockenspiels zusammengestellt worden war“, berichtete der Redner. Ein lebhaftes Echo hätten im Berichtszeitraum zudem die Sommerfahrt nach Worpswede und die mehrtägige Reise nach Frauenstein in das Erzgebirge im Herbst gefunden. Die diesjährige Sommerfahrt führe nach Leer. Darüber hinaus seien eine einwöchige Reise nach Island und eine Sechs-Tage-Tour in das Osterzgebirge geplant. Abgerundet werde das Veranstaltungsangebot durch Kurzwanderungen und Vortragsabende. Der Verein habe im Berichtszeitraum umfassende Arbeiten zur Instandhaltung und Beschriftung des rund 80 Kilometer langen Wanderwegenetzes durchgeführt, sagte Huntebrinker weiter. Seinen Angaben zufolge soll die Wanderhütte auf dem „Hasenfriedhof“ die am „Blomenbaum“ ersetzen, die infolge des Orkans „Kyrill“ erheblich beschädigt worden war. Erfreulich: Durch eine Privatinitiative von Bürgern aus Eicken-Bruche wurde das Umfeld der Hütte auf dem Steinbrink in Barkhausen kürzlich „in Schuss gebracht“. Als eines der Highlights im Vereinsleben im Jahre 2010 nannte der Redner die Herausgabe des von Vorstandsmitglied Hartmut Langenberg verfassten Buches „Die Entwicklung der Höfe und Dörfer im Kirchspiel Buer“. Eine weitere Dokumentation, die von Vereinsmitglied Manfred Kloweit-Hermann zum Thema „Kellenberg“ verfasst worden sei, solle als „Grönegauer Heimatheft“ unter der Federführung des Heimatvereins Melle in diesem Jahr herausgebracht werden. Zu den Projekten, die der Heimat- und Verschönerungsverein Buer in nächster Zeit realisieren möchte, zählt zum einen der Erhalt des Grünen Sees in Markendorf als Ausflugsziel. „Nach derzeitigem Stand der Dinge ist geplant, die abgängige Bausubstanz abzutragen und durch eine Art Blockhaus mit Grillmöglichkeit zu ersetzen“, so der Vorsitzende. Des Weiteren wolle der Verein am Linker Berg in Markendorf einen neuen Wanderparkplatz anlegen – mit freundlichem Entgegenkommen des Grundeigentümers Walter Heermann. Als erfreulich bezeichnete Huntebrinker die Tatsache, dass der Verein jetzt über eine eigene Homepage verfüge. Der Auftritt, der von Lars Ewering gestaltet wurde, sei im Internet unter www.huvvbuer. de zu finden und als „umfangreich und informativ zu bezeichnen. Dass die Bueraner Heimatfreunde über eine solide finanzielle Basis verfügen, ließ der Bericht von Schatzmeister Peter Bahr erkennen. Die Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig. Im Abschluss an die Regularien wurde die Tonbildschau „Ein Streifzug durch das Bueraner Land“ aufgeführt, die in den Jahren 1982 und 1983 mit Fotos von Hans Walke und Jürgen Krämer entstand und im Jahre 1984 unter großer Beteiligung der Bevölkerung uraufgeführt wurde.

29.März 2010 ©kreisblatt

Verjüngung im Vorstand vollzogen

Vorträge, Wanderungen, Ausflüge und ein Glockenspiel: Heimatfreunde zogen Bilanz

foto Mit 41 Jahren das derzeit jüngste Vorstandsmitglied im Verein: Schatzmeister Peter Bahr, der sich gestern am frühen Abend vor dem Heimathaus über sein Wahlergebnis freute. Foto: Jürgen Krämer
jk BUER. „Bei der Abstimmung wieder 100 Prozent der Stimmen erzielt – aber das Ergebnis trotz erfolgreicher Arbeit gegenüber der letzten Wahl leider nicht verbessert!“ Wahlleiter Heiner Körner war zum Scherzen aufgelegt, als er dem Vorsitzenden des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer, Dieter Huntebrinker, während der Jahreshauptversammlung im Heimathaus Osnabrücker Tor zu dessen einstimmiger Wiederwahl gratulierte. Mit einem einmütigen Votum hatten zuvor die Mitglieder die Arbeit eines Mannes honoriert, der seit 1996 an der Spitze der 127 Jahre alten Organisation steht. Mit einer Ausnahme wurden auch Andreas Bowenkamp, Dieter Horst, Rolf Kellermann, Jürgen Krämer und Hartmut Langenberg in ihren Ämtern bestätigt: Nachdem Schatzmeister Friedrich Kohmöller aus gesundheitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte, berief die Versammlung Peter Bahr in diese Position. „Mit dem Eintritt des 41-jährigen Kaufmanns in den Vorstand ist es uns gelungen, das Durchschnittsalter im Führungsteam weiter zu reduzieren“, freute sich Vorsitzender Huntebrinker, der in seinem Jahresbericht 2009 eine durchweg positive Bilanz zog. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte der Redner zunächst das breit gefächerte Vortragsprogramm, das von bekannten Referenten mit Leben erfüllt wurde. Sie sprachen unter anderem zu Themen wie „Namibia“, „Die Provence“ und „Moora – die Moorleiche aus dem Uchter Moor“. „Diese Vortragsabende brachten zeitweilig dermaßen viele Menschen auf die Beine, dass unsere Raumkapazitäten im Heimathaus erschöpft waren. Wir haben diese Veranstaltungen dann im Sinne einer guten Nachbarschaft einfach in die Kulturwerkstatt verlegt“, berichtete Huntebrinker. Er rief in diesem Zusammenhang in Erinnerung, dass der Heimatund Verschönerungsverein Buer seit dem 23. Januar 1961 in regelmäßigen Abständen Vortragsveranstaltungen im Winterhalbjahr ausrichte. Seit dieser Premiere seien insgesamt 195 Veranstaltungen dieser Art durchgeführt worden, die insgesamt mehr als 8000 Zuhörer in ihren Bann gezogen hätten. Neben den Vortragsabenden habe im Berichtszeitraum auch die Ausstellung „Menschen in Buer“ – arrangiert von Vereinsmitglied Irmgard Buth – viele Besucher mobilisiert, sagte der Vorsitzende weiter. Ein lebhaftes Echo hätten zudem die Sommerfahrt nach Essen, der Kulturhauptstadt 2010, und die siebentägige Flusskreuzfahrt auf der Rhone und Saone gefunden. Lobende Worte fand der Redner für das Wanderangebot, für das Vorstandsmitglied Rolf Kellermann in bewährter Weise verantwortlich zeichnete: „Die bis zu 60 Teilnehmer waren nicht nur von den Routen, sondern auch von den Tageszielen begeistert.“ Worte der Anerkennung hielt Huntebrinker auch für Wegewart Hartmut Langenberg und dessen Mitstreiter Karl-Heinz Aschermann bereit, die auch in 2009 das rund 80 Kilometer umfassender Wanderwegenetz der Bueraner Heimatfreunde „in Schuss hielten“. Als „herausragendes Projekt im Berichtszeitraum“ bezeichnete Huntebringer das Wiederherstellen des Bueraner Glockenspiels – ein großherziges Projekt, das von den Mitgliedern, aber auch von Unternehmen und Institutionen getragen wurde. Allen Beteiligten sprach der Vorsitzende ein herzliches Dankeschön für die reibungslose Umsetzung des Projektes aus. Aus Anlass der Wiedereinweihung des Glockenspiels habe Irmgard Buth die Ausstellung „Glocken im Kirchspiel Buer“ zusammengestellt, die auch weiterhin im Heimathaus zu sehen sei. Für 2010 habe der Verein neue Pläne – beispielsweise die Herausgabe eines von Hartmut Langenberg verfassten Buches über die Bauernhöfe im Kirchspiel Buer, so der Vorsitzende. In Vertretung von Schatzmeister Friedrich Kohmöller legte stellvertretender Vorsitzender Dieter Horst den Kassenbericht vor. Die Entlastung des Vorstandes erwies sich als reine Formsache. Im Anschluss an die Regularien hielt Regine Bürk-Griese vom Widukind-Museum in Enger einen Vortrag zum Thema „Die Sattelmeierhöfe in Enger“.

15.Februar 2010 ©kreisblatt

foto Der Görlitzer Obermarkt mit dem Reichenbacher Turm (rechts), dem dahinterliegenden Kaisertrutz, der Dreifaltigkeitskirche (Mitte) und dem sogenannten Dicken Turm (links). Foto: ddp

Von der Europastadt zur Königsstadt

Vortragsabend am Mittwoch, 17. Februar, 20 Uhr, im Heimathaus Osnabrücker Tor

jk BUER. „Görlitz, Breslau, Krakau – von der Europastadt an der Neiße zur Königsstadt an der Weichsel.“ So lautet der Titel eines Lichtbilder-Vortrages, den Klaus Kirmis aus Osnabrück auf Einladung des Heimatund Verschönerungsvereins Buer am Mittwoch, 17. Februar, 20 Uhr, im Heimathaus Osnabrücker Tor hält. Zu dieser Veranstaltung sind neben den Heimatfreunden auch interessierte Nichtmitglieder willkommen. Görlitz, die östlichste deutsche Stadt, ist eine Perle der europäischen Architektur. Hier gleicht ein Rundgang einer Zeitreise in die Architekturgeschichte: Rund 4000 Denkmäler aus Spätgotik, Renaissance, Barock, Gründerzeit und Jugendstil prägen als Markenzeichen noch heute das Bild der 930 Jahre alten Stadt an der Neiße. Als Brücke zwischen Ost und West blüht die heimliche Renaissance- Hauptstadt Deutschlands heute wieder auf. Breslau ist heutzutage die viertgrößte Stadt Polens. Die historische Hauptstadt Niederschlesiens besitzt ein anregendes Großstadt-Flair, hinter dem sich eine außerordentliche Geschichte des Neubeginns nach fast völliger Zerstörung verbirgt. Besonders sehenswert sind der gotische Dom, das wunderschöne gotisch geprägte Rathaus am Marktplatz und die barocke Universitätsaula. In Krakau, oft auch „Florenz des Nordens“ oder „polnisches Rom“ genannt, erleben wir die immer noch gegenwärtige Geschichte Polens: Hoch über der Weichsel herrscht das markante Wawel-Schloss mit der gotischen Kathedrale, die Krönungskirche und Ruhestätte vieler polnischer Könige und bedeutender Persönlichkeiten. Ein weiteres bemerkenswertes Bauwerk ist die gotische Marienkirche mit dem berühmten Schnitzaltar des Bildhauers Veit Stoß. Im Rahmen dieses kulturgeschichtlichen Vortrags stellt Klaus Kirmes die wichtigsten Monumente vor ihrem historischen Hintergrund dar.

21.Dezember 2009 ©kreisblatt

Flotter Flitzer für eine Mellerin

Ursula Melching gewann Ford Ka – „Meller Menschen 2009“ geehrt

foto Mit Urkunden und Blumen geehrt (von links): Mechthild Weber, Gisela Bungard, Christa Foht, Hartmut Langenberg (mit Ehefrau Annemarie), Margret Seelhöfer und Magdalene Huhmann.Foto: Jürgen Krämer
jk MELLE. Als Helge Klinger und Torsten Beckötter vom Vorstand der Werbegemeinschaft Melle City gestern Nachmittag an der Haustür klingelten, hatte Ursula Melching zunächst eine Vermutung. „Das sind sicherlich Leute, die am vierten Advent um eine Spende für einen mildtätigen Zweck bitten wollen“, war sich die Mellerin ziemlich sicher – und hatte damit weit gefehlt. Denn die Repräsentanten der Kaufmannschaft überraschten die Dame mit einer erfreulichen Nachricht: „Sie sind die Hauptpreisträgerin unserer Weihnachtsverlosung – Sie haben einen funkelnagelneuen Ford Ka Trend 1,2 im Wert von 11840 gewonnen!“ Traditionsgemäß bildete die 33. Weihnachtsverlosung den abschließenden Höhepunkt im Jahresprogramm der Werbegemeinschaft und erwies sich trotz Eiseskälte und starker Schneefälle als echter Anziehungspunkt. „Wir freuen uns sehr, das heute so viele Besucher ihren Weg zu uns in das Forum gefunden haben“, betonte der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Michael Sutmöller, bei der Begrüßung der mehr als 400 Gäste. Der Redner erinnerte daran, dass die Weihnachtsverlosung dieses Mal mit rund 60000 Einsendungen einen absoluten Teilnahmerekord verzeichnete – „eine Tatsache, die für die Attraktivität dieser Aktion spricht“. „Nikolaus und Weihnachtsmann“ und „Wolfgang Amadeus“ waren nur zwei von zahlreichen Gesangsdarbietungen, mit denen die Chor-Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums Melle unter Stabführung von Christoph Lanver den Nachmittag bereicherte – und Hardy Witte zog am Keyboard alle Register seines Könnens, um die Gäste mit weihnachtlichen Melodien zu erfreuen. Besonderes Novum im Programm, durch das erstmalig Jörg Oberwestberg führte: Die Auszeichnung der „Meller Menschen 2009“, bei der Bürgerinnen und Bürger in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wurden, die sich uneigennützig im Hintergrund für das Wohl der Allgemeinheit engagieren. Im Gespräch mit Jörg Oberwestberg und Michael Sutmöller berichteten Gisela Bungard, Christel Foht und Mechthild Weber (Arbeitskreis Ferienaufenthalt für Kinder aus der Region Gomel), Vorstandsmitglied Hartmut Langenberg (Heimat- und Verschönerungsverein Buer) sowie Magdalene Huhmann und Margret Seelhöfer (Team des von der evangelischen und katholischen Kirche getragenen Krankenhausbesuchsdienstes im Christlichen Klinikum) über ihr uneigennütziges Wirken, vom dem ungezählte Mitmenschen profitieren. Als äußeres Zeichen der Anerkennung konnten die Geehrten zum Abschluss aus der Hand von Sutmöller eine Urkunde der Werbegemeinschaft in Empfang nehmen. Zu einem optischen Glanzlicht der Veranstaltung geriet erwartungsgemäß der Auftritt der Ballettgruppe des SC Melle 03, die unter der Gesamtleitung von Miriam Brauers Ausschnitte aus dem Ballett „Der Nussknacker“ präsentierte. Es versteht sich von selbst, dass die Auftritte der jungen Damen mit tosendem Applaus bedacht wurden. Einen weiteren Höhepunkt bildete die Ziehung des Hauptpreises – eine Aufgabe, die Gisela Bungard übernahm. Zudem kam es bis zum Abend zur Verlosung zweier Heimtrainer im Gesamtwert von 800 Euro, über die sich Lucia Rohling aus Altenmelle und Ingrid Schorfheide aus Melle-Mitte freuen dürfen. Außerdem wurden insgesamt 25 Präsentkörbe im Wert von jeweils 40 Euro und speziell unter den Veranstaltungsteilnehmern nicht weniger als 50 Dauerwürste verlost. Viel Beifall gab es beim großen Finale, als Michael Sutmöller mit Ursula Melching die Hauptpreisträgerin der Weihnachtsverlosung bekannt gab – verbunden mit dem Wunsch auf „allzeit gute Fahrt“ an die sichtlich erfreute Gewinnerin. Worte des Dankes richtete der Vorsitzende abschließend an alle Akteure vor und hinter den Kulissen, dabei insbesondere Conférencier Jörg Oberwestberg, der erstmalig durch das Programm geführt hatte: „Jörg hat einen hervorragenden Job gemacht, und wir sind sicher, dass er die Weihnachtsverlosung heute nicht zum letzten Mal moderierte!“

8.Dezember 2009 ©kreisblatt

foto Herzlichen Glückwunsch: Das silberne Verbandsabzeichen des Wiehengebirgsverbandes übergab dessen Präsident Ulrich Gövert (rechts) an den Bueraner Heimatvereinsvorsitzenden Dieter Huntebrinker. Fotos: Jürgen Krämer
foto Sie bestimmen, was auf dem Glockentürmchen erklingt: Der Liedausschuss, bestehend aus Roswitha Korfhage, Mattias Breitenkamp und Eduard Korfhage (von links), fand in dem Lingener „Rathaus-Kantor“ Hans-Dieter Thomas (rechts) einen interessanten Gesprächspartner.

Heller Klang erfreut Herzen der Bueraner

Einweihung des Glockenspiels mit 300 Gästen – Wertschöpfung für die Allgemeinheit von 120000 Euro

foto Begrüßung im Freigelände: Zum Auftakt der Einweihungsfeierlichkeiten hieß der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, Dieter Huntebrinker, die 300 geladenen Gäste im Schatten des Glockenspiels willkommen
Von Jürgen Krämer
BUER. Freudentag im Grönegaudorf am Fuße des Stuckenberges: Mit einer Feierstunde, zu der sich rund 300 geladene Gäste versammelt hatten, hat der Heimat- und Verschönerungsverein Buer am Wochenende das wiederhergestellte Bueraner Glockenspiel offiziell eingeweiht. Wie hell und klar die insgesamt 35 Glocken erschallen, ließ der Lingener „Rathaus- Kantor“ Hans-Dieter Thomas, der Glockenspiele in aller Welt mit Liedsätzen und deren Einspielungen versorgt, gleich zum Auftakt deutlich werden, und zwar mit der Wiedergabe des sogenannten „Big-Ben- Schlags“. „Wir haben es geschafft, innerhalb von nur fünf Monaten dieses Wahrzeichen unseres Ortes wieder mit Leben, ja mit Klang zu erfüllen“, rief Vorsitzender Dieter Huntebrinker in seiner Begrüßungsansprache aus. 32 Jahre lang – vom 2. Advent 1962 bis zum Jahre 1994 habe an dieser Stelle der Klang von 35 Glocken die Bewohner des Ortes, aber auch viele Besucher von außerhalb erfreut. Dann seien sie für 15 Jahre verstummt, „und heute freuen wir uns sehr, dass so viele Gäste gekommen sind, um in dieser für uns alle Bueraner sehr frohen Stunde dabei zu sein“. Im Folgenden stellte der Redner mit Bürgermeister André Berghegger, dem Ersten Kreisrat Reinhold Kassing und Josef Theißing als Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Melle drei Persönlichkeiten heraus, die sich mit Erfolg für eine „erhebliche finanzielle Unterstützung unseres Projektes einsetzten“. In einer Rückschau erinnerte Huntebrinker daran, dass in der Firma Korfhage in Buer seit nunmehr 200 Jahren Uhren und seit 100 Jahren Glockenspiele gefertigt werden. „Im Ursprung wurden hier sogar Glocken gegossen“, so der Vorsitzende. Als besonders bemerkenswert bezeichnete es der Redner, „dass die Handwerkskunst des Turmuhrenund Glockenspielbaus aus Buer heute in mehr als hundert Orten auf fast allen Kontinenten dieser Erde präsent“ sei. Vom zweiten Advent 1962 bis zum Jahre 1994 habe das Bueraner Glockenspiel den Unternehmenskomplex der Firma Eduard Korfhage & Söhne an der Osnabrücker Straße geziert, sagte Huntebrinker weiter. Dem Umzug des Betriebs in angepasste Produktionsgebäude an der Wiehengebirgsstraße, „folgte der sehr plötzliche erzwungene Abbau der Anlage“. Mehrfach habe der Heimat- und Verschönerungsverein in der Folgezeit eine Wiederherstellung der Anlage zu realisieren versucht, sei damit allerdings gescheitert. Die Veränderung der Besitzverhältnisse dieses Firmenareals führten nach Darstellung des Redners im Mai dieses Jahres zu einer neuen Situation. „Zusammen mit Eduard Korfhage haben wir Heinz Hemmen, den geschäftsführenden Gesellschafter der Neuero Farm- und Fördertechnik, als neuen Besitzer der Immobilie aufgesucht und sofort ein positives Signal für unsere Überlegungen und Planungen erhalten“, hob Huntebrinker hervor. Für diese spontane Unterstützung gebühre der Familie Hemmen ein herzlicher Dank. Im Juni hätten dann die konkreten Planungen begonnen – mit der Erkenntnis, dass die gesamte Neuanlage eine Wertschöpfung für die Allgemeinheit in Höhe von ungefähr 120000 Euro darstellte. „Doch wir hatten als großes Kapital die 35 Glocken, die Eduard Korfhage uns und damit unserem Ort Buer als Stiftung zur Verfügung gestellt hat. Danke, Eduard Korfhage! Dieses ist die Grundlage des heutigen Tages“, unterstrich der Vorsitzende. Der Heimat- und Verschönerungsverein sei sich bereits früh im Klaren darüber gewesen, dass sich das finanzielle Engagement für die Wiederherstellung auf eine Summe von etwa 70 000 Euro hin bewegen werde, erläuterte der Redner. 20 000 Euro als Eigenleistung und Materialspenden seien eingeplant und erreicht worden – und 50 000 Euro Bargeldmittel für die aufwendige und technisch zeitgemäße Glockenspieltechnik sowie das Neustimmen der 35 Bronzeglocken und die Neugestaltung des Turmes mit einer Kupferummantelung. „Wir haben es in fünf Monaten geschafft“, stellte Huntebrinker heraus. Der Vorsitzende hob in diesem Zusammenhang hervor, das insgesamt 160 Personen an der Umsetzung der Maßnahme beteiligt waren. Insgesamt habe der Verein Fördermittel in Höhe von 25 000 Euro erhalten. Hinzu kämen Geldspenden von 90 Personen in einer Gesamthöhe von etwa 23 000 Euro. Zudem hätten mehr als 30 Bürger und Firmenchefs den Heimatverein „mit kostenfreien Sachleistungen aus den Möglichkeiten ihres Gewerbes“ im Wert von etwa 20 000 Euro geholfen. „Und ungefähr 40 Personen haben mit ihren Händen angefasst“, berichtete Huntebrinker. Stellvertretend für alle Beteiligten nannte er besonders das „Team Elektrotechnik“ von Herbert Schoppmeyer und Friedel Niedermeier, die sich tagelang im und auf dem zugigen Turm mit der Installation der gesamten elektrischen Anlage befassten. In Grußworten würdigten Bürgermeister André Berghegger, Erster Kreisrat Reinhold Kassing, Ortsbürgermeister Georg Harms, Sparkassendirektor Josef Theißing, der stellvertretende Vorsitzende des Heimatbundes Osnabrücker Land, Jürgen Kipsieker und Ulrich Gövert als Präsident des Wiehengebirgsverbandes Weser- Ems (WGV) die Wiederherstellung der Glockenspiel als großartiges Gemeinschaftswerk. Kassing wörtlich: „Hier wurde eindrucksvoll gezeigt, was Bürger für Bürger leisten können. Das ist symbolisch für bürgerschaftliches Engagement im gesamten Osnabrücker Land.“ Worte des Dankes galten dabei neben den vielen Mitstreitern in besondere Weise der Dieter Huntebrinker, der seit nahezu 15 Jahren an der Spitze der Bueraner Heimatfreunde steht und für sein verdienstvolles Wirken von Gövert mit dem WGV-Verbandsabzeichen in Silber ausgezeichnet wurde. Nach einem Schlusswort, das der stellvertretende Heimatvereinsvorsitzenden, Dieter Horst, formulierte, und weiterführenden Erläuterungen zum Glockenspiel durch Kirchenmusiker Matthias Breitenkamp ging es zum gemütlichen Teil über – mit einer großen Kaffeetafel, die der Landfrauenverein Buer in vorbildlicher Weise arrangiert hatte. Weitere Bilder gibt es im Internet unter www.mkr-net.de

foto Mit offenen Ohren: Aufmerksam lauschten die Gäste, als Hans-Dieter Thomas zu Beginn der Einweihungsfeierlichkeiten das Glockenspiel erklingen ließ.
foto Mustergültige Bewirtung: Mitglieder des Landfrauenvereins Buer mit Lore Wöhrmann (Dritte von links) an der Spitze versorgten die Teilnehmer mit Kaffee, Kuchen und Tortenspezialitäten.

3.Dezember 2009 ©kreisblatt

Glocken im Kirchspiel Buer großes Thema

Sonderausstellung eröffnet

foto Stellte während der Eröffnung auch kleinere Einzelstücke vor: Organisatorin Irmgard Buth. Foto: Jürgen Krämer
jk BUER. Es gibt kaum ein Kirchspiel im Osnabrücker Land, in dem sich so viel um Glocken dreht wie in Buer. In den Kirchen St. Martini und St. Marien rufen sie die Gläubigen zum Gottesdienst. In den kleinen Bauerschaften um das Kirchdorf herum verkünden sie Freud und Leid – und ein bekannter Bueraner Unternehmer sorgt dafür, dass Glockenspiele „made im Grönegau“ weltweit einen hervorragenden Klang haben – und das im besten Wortsinn. Die bevorstehende Einweihung des wiederhergestellten Bueraner Glockenspiels nahm der Heimat- und Verschönerungsverein Buer zum Anlass, eine besondere Ausstellung vorzubereiten. „Die Glocken im Kirchspiel Buer“ lautet der Titel der Präsentation, die jetzt im Heimathaus Osnabrücker Tor offiziell eröffnet wurde. Glocken spielten, wie Texte aus der Tschou-Dynastie (1027– 221 v. Chr.) berichten, bereits im alten China eine wichtige kultische Rolle. „Seit Jahrtausenden begleiten sie die Menschen durch Freud und Leid“, betonte Heimatvereinsvorsitzender Dieter Huntebrinker in seiner Begrüßungsansprache. Im Kirchspiel Buer verbinde man „mit dem Begriff Glocke sehr viel Positives“. Um das herauszustellen, bereiteten die Bueraner Heimatfreunde in den vergangenen Wochen unter der Federführung von Irmgard Buth die Sonderschau vor. „Wir sind der Organisatorin zu großem Dank verpflichtet“ unterstrich Huntebrinker. In diesen Dank schloss er ausdrücklich auch Irmgard Buths Mitstreiterin Marlies Metting und alle übrigen Helfer ein. Welche Geschichte besitzen die Bueraner Kirchenglocken? Zu welchen Anlässen werden die Dorfglocken in den Kirchspieldörfern geläutet? Was hat es mit dem Bueraner Glockenspiel auf sich – und was verbirgt sich hinter dem plattdeutschen Begriff „Klockenschmiär“? So lauten nur einige Fragen, die bei einem Rundgang durch die Ausstellung beantwortet werden. Aufgelockert wird die Schau durch historische und aktuelle Fotos, alte Dokumente und verschiedene Einzelstücke, die unter anderem von Bueraner Familien als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden.
Die Schau ist Samstag, 5. Dezember, von 14 bis 18 Uhr sowie an den Adventssonntagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten sind Führungen möglich. Anmeldungen werden unter Tel. 0 54 27/14 23 entgegengenommen.

17.Oktober 2009 ©kreisblatt

foto Noch verpackt: Nach dem Stimmen in den Niederlanden wurden die insgesamt 35 Glocken – in Folie verschweißt – zurück nach Buer gebracht. foto Traditionsreiches Exponat: Irmgard Buth freut sich darüber, dass in der Sonderausstellung „Glocken im Kirchspiel Buer“ auch dieser im Hause Korfhage gegossene Klangkörper aus dem Jahr 1908 zu sehen sein wird. Fotos: Jürgen Krämer

Schon bald heller Klang

Bueraner gehen mit ihrem Glockenspiel-Projekt auf die Zielgerade

foto Seit wenigen Tagen ist der Turmreiter eingerüstet, der nach den Worten des Heimatvereinsvorsitzenden Dieter Huntebrinker schon bald mit einer Kupferummantelung versehen werden soll.
jk BUER. Die Wiederinbetriebnahme des historischen Bueraner Glockenspiels innerhalb von nur fünf Monaten zu realisieren, hat sich der Heimat- und Verschönerungsverein Buer auf seine Fahnen geschrieben – und bereits jetzt steht fest, dass die Einweihung der Anlage wie geplant am Samstag, 5. Dezember, 14.30 Uhr, in feierlichem Rahmen erfolgen kann. Dass das 120000-Euro- Projekt in dieser Rekordzeit umgesetzt werden kann, ist zum einen dem rührigen Vereinsvorstand sowie den Unternehmerfamilien Korfhage und Hemmen zu verdanken. Zum anderen aber auch zahlreichen Spendern, die das Vorhaben finanziell unterstützen, und etlichen Bürgern, die ihre handwerkliche Kompetenz freiwillig und ehrenamtlich in die Verwirklichung der Maßnahme einbrachten. Einer dieser Mitstreiter ist beispielsweise Dieter Restemeyer aus Markendorf. Er erstellte die Metallkonstruktion, an der die insgesamt 35 Glocken befestigt werden sollen. Das schwergewichtige Gebilde, das sich inzwischen in der Produktionshalle der Firma Korfhage an der Wiehengebirgsstraße befindet, erhält in diesen Tagen einen Anstrich – auch in ehrenamtlicher Arbeit, versteht sich. Auch der seit einigen Jahren im Ruhestand lebende Malermeister Gerd Voth aus Buer greift bei der Reaktivierung des Glockenspiels mit ins Rad, denn für ihn ist es ebenfalls Ehrensache, das Projekt zu unterstützen. Engagierte Ruheständler Gleiches gilt für Gustav Tebbenhoff aus Bennien, der jahrzehntelang in der Turmuhrenfarbrik Eduard Korfhage & Söhne tätig war und in den vergangenen Wochen an seiner Drehbank die Hohlbolzen für die Glockenaufhängung anfertigte. Und dann gibt es noch die Familie Wehrmann in Holzhausen: Während Eduard Korfhage dafür sorgte, dass die Glocken zum Stimmen in den niederländischen Spezialbetrieb Petit und Fritsen gebracht wurden, übernahmen die Wehrmanns den Rücktransport der schwergewichtigen Fracht nach Buer. An diesen Einzelbeispielen, die stellvertretend für weiteres ehrenamtliches Engagement bei diesem Vorhaben stehen, wird eines deutlich: Den Bueraner Heimatfreunden ist es mit dem Glockenspiel- Projekt gelungen, ein Wir- Gefühl im Kirchspiel zu erzeugen. Keine Frage: Seit dem Start der Maßnahme im Hochsommer hat sich im Verborgenen allerlei getan: Inzwischen ist der Turmreiter, auf dem das Glockenspiel erneut errichtet werden soll, eingerüstet worden. Und in den nächsten Tagen soll mit der Installation der elektrischen Anlagen begonnen werden. Auch hierbei setzt der Heimatverein auf ehrenamtliches Engagement: Die im Ruhestand lebenden Elektro-Profis Friedrich Niedermeyer und Herbert Schoppmeyer werden zusammen mit weiteren Mitstreitern dafür sorgen, dass auch in diesem Bereich alle Arbeiten termingerecht ausgeführt werden. Wer die Bueraner kennt, weiß, dass sie nichts dem Zufall überlassen und bereits jetzt die Einweihungsfeierlichkeiten im Blick haben. So werden bereits in diesen Tagen die Einladungskarten zu diesem Ereignis gedruckt – mit einer Darstellung des Glockenspiels auf der Titelseite, auf der auch das Motto des groß angelegten Gemeinschaftsprojektes zu lesen ist: „Ein Wahrzeichen kehrt zurück!“ Sonderausstellung geplant Damit nicht genug: Eine kleine Gruppe mit Vereinsmitglied Irmgard Buth an der Spitze bereitet derzeit eine Sonderausstellung „Glocken im Kirchspiel Buer“ vor, die bereits eine Woche vor dem Einweihungstermin im Heimathaus Osnabrücker Tor eröffnet werden soll. Mit dieser Ausstellung soll den Besuchern insbesondere vor Augen geführt werden, dass in Buer seit nunmehr 200 Jahren Turmuhren und seit ungefähr 100 Jahren Glockenspiele angefertigt werden, die weltweit Abnehmer fanden – in Nordamerika, Südamerika, Afrika und Asien. „Als besonderes Schätzchen bei den Exponaten dürfte sich eine Glocke erweisen, die im Jahre 1908 bei uns in Buer gegossen wurde“, so Eduard Korfhage. Denn in heutiger Zeit sei kaum noch bekannt, dass in dem Grönegau zwischen etwa 1880 und 1935 auch Glockenguss betrieben wurde. Die Ausstellung wird zudem auch eine Dokumentation aller elf im Kirchspiel befindlichen Dorfglocken umfassen, mit aktuellen Fotos und prägnanten Erläuterungstexten.
foto In seiner Freizeit fertigte Pensionär Gustav Tebbenhoff die Hohlbolzen für die Glockenaufhängung.
foto Die größte Glocke bringt 260 Kilogramm, die kleinste gerade einmal 1,5 Kilogramm auf die Waage, weiß Turmuhrenfabrikant Eduard Korfhage zu berichten.
foto Sternzeichen, die bereits in Kürze vergoldet werden, sollen das große Zifferblatt der Uhr unterhalb des Bueraner Glockenspiels zieren.

4.Juli 2009 ©kreisblatt

foto foto foto Bilder aus längst vergangenen Zeiten: Im Jahre 1994, kurz vor der Demontage des Glockenspiels, stellte sich die damalige Belegschaft zu einem Erinnerungsfoto auf (linkes Foto). Danach wurde mit dem Abbau der Anlage begonnen (mittleres und rechtes Bild), die am zweiten Advent des Jahres 1962 offiziell eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben worden war.

Ein Wahrzeichen kehrt zurück

Heimat- und Verschönerungsverein Buer initiiert Wiederaufbau des Glockenspiels – 120000-Euro-Projekt

foto Das sieht gut aus: Vor dem Turmreiter präsentierten in diesen Tagen (von links) Eduard Korfhage, Dieter Huntebrinker, Mark Hemmen und Heinz Hemmen die Wetterfahne des Glockenspiels, das noch im Laufe dieses Jahres wieder erschallen soll. Fotos: Jürgen Krämer (3), Eduard Korfhage (3)
Von Jürgen Krämer BUER. 32 Jahre lang galt es neben dem Turm der St.-Martini- Kirche und dem Osnabrücker Tor als eines der Wahrzeichen des Dorfes: das Glockenspiel auf dem Dach der Turmuhrenfabrik Korfhage. Als das traditionsreiche Unternehmen seinen Firmensitz im Jahre 1994 aus dem Ortskern an den nördlichen Rand des Dorfes verlegte und das Gebäude an der Osnabrücker Straße in den Besitz der Möbelfabrik Brinkmann überging, musste die imposante Anlage demontiert werden – und fristete seither ein Schattendasein. Mehrere Versuche des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer, die imposante Anlage mit ihrem 35-stimmigen Werk an alter Stelle wiederzuerrichten, scheiterten. Erst als die Firma Neuero die Verwaltungs- und Fabrikationshallen des inzwischen insolventen Möbelherstellers übernahm, entflammten die Diskussionen über eine mögliche Wiederherstellung des Glockenspiels an alter Stätte erneut – Gespräche, die innerhalb kürzester Zeit von Erfolg gekrönt waren. In Zusammenarbeit mit den Firmen Neuero und Korfhage werden die Heimatfreunde jetzt die Umsetzung des Projektes in Angriff nehmen, das mit rund 120000 Euro zu Buche schlagen wird. „Wir freuen uns sehr, zusammen mit dem neuen Besitzer des Objektes, Heinz Hemmen, und der Familie Eduard Korfhage dieses alte Wahrzeichen wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen“, erklärte Heimatvereinsvorsitzender Dieter Huntebrinker jetzt bei der Präsentation des Projektes. Mit Blick auf die Kosten stelle die Maßnahme „für uns eine beachtliche Hausnummer dar“. Aber wer über Jahrzehnte hinweg miterlebt habe, „wie dieses Glockenspiel eine prägende Bedeutung für unseren Ort hatte, wird bestätigen, dass es sich lohnt, sich für dieses Vorhaben zu engagieren“, sagte der Vorsitzende weiter. Einweihung im Advent Aufgrund etlicher spendenfreudiger Mitglieder und nicht zuletzt dank erster Zusagen verschiedener Sponsoren sei die Garantie gegeben, dass das Vorhaben zeitnah umgesetzt werden könne, so der Sprecher. Die Hauptaufgabe des Vereins bestehe darin, die Anschaffung und die erforderliche Installation der gesamten neuen Glockenspieltechnik auf den Weg zu bringen – auch mit finanzieller Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft und von Privatpersonen. „Wir gehen nach derzeitigem Stand der Dinge davon aus, dass die Einweihung des Glockenspiels noch in der Adventszeit 2009 erfolgen wird“, machte Huntebrinker deutlich. Dieser Zeitplan sei aus heutiger Sicht realistisch. Unternehmer Heinz Hemmen zeigte sich angetan von der forschen Vorgehensweise der Heimatfreunde. „Hier ist eine ungeheure Dynamik zu spüren, die genutzt werden sollte, um das Projekt so schnell wie möglich zu realisieren“, sagte er. Für ihn persönlich und seinen Sohn Mark sei es eine Selbstverständlichkeit, das Vorhaben zu unterstützen. Klang wie einst Ähnlich äußerte sich Eduard Korfhage, der die Glocken in seinem Betrieb an der Wiehengebirgsstraße eingelagert hat und diese jetzt kostenlos für die Reaktivierung zur Verfügung stellt. In den nächsten Wochen und Monaten werden Spezialisten des Hauses Korfhage auf dem noch vorhandenen Dachreiter im Ortszentrum eine neue Technik installieren – einschließlich einer großen Uhr. „Die Glocken werden selbstverständlich generalüberholt – und am Ende wird alles wieder so klingen, wie es ursprünglich war“, versichert Eduard Korfhage, der „diese tolle Aktion für unser schönes Dorf Buer“ ebenfalls zur Chefsache gemacht hat. Schon heute freut sich der Unternehmer auf die Wiederaufnahme des Glockenspielbetriebs am Jahresende, wenn die 35 Klangkörper täglich um 9, 11, 16 und 20 Uhr ihre eherne Stimme erheben werden – mit so bekannten Stücken wie „Ännchen von Tharau“ und „Üb immer Treu und Redlichkeit“.
foto Sorgsam aufbewahrt: die Klangkörper aus Bronze.
foto Blitzeblank: So sollen die Glocken in Kürze nach Abschluss der Sandstrahlbehandlung aussehen.

27.Juni 2009 ©kreisblatt

Heimatfreunde beklagen „Mülltourismus“


foto Als Sorgenkind Nummer eins des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer gilt derzeit der Wanderparkplatz am Steffenweg im Huntetal bei Meesdorf. Nachdem es dort gerade in der jüngeren Vergangenheit zu wilden Müllablagerungen und Fällen von Vandalismus gekommen war (wir berichteten mehrfach), haben Unbekannte in den vergangenen Tagen erneut an dieser Stelle Unrat abgelegt. „Hierbei handelt es sich um Möbelelemente, die im nördlichen Teil des Parkplatzes deponiert wurden“, berichtet Wegewart Hartmut Langenberg. Er vermutet als Urheber der wilden Müllkippe „Bürger aus dem nordrhein-westfälischen Nachbargebiet, weil die Sperrmüllabfuhr dort richtiges Geld kostet“. Das Vorstandsmitglied der Bueraner Heimatfreunde verurteilt auch diese Form des „Mülltourismus“ auf das Schärfste. jk/Foto: Jürgen Krämer

30.März 2009 ©kreisblatt

Erfolgreiches Jubiläumsjahr mit vielen Aktionen

Heimat- und Verschönerungsverein Buer zog Bilanz – Wegebau auch weiterhin ein ganz großes Thema

foto Bis zum Deutschen Wandertag 2011 müssen im Raum Buer Wanderwege auf einer Länge von 30 Kilometern instand gesetzt werden. Einige Strecken bieten ein trostloses Bild, wie Hartmut Langenberg gestern am Stuckenberg erläuterte. Fotos: Jürgen Krämer
jk BUER. Der Heimat- und Verschönerungsverein Buer hat seinem Namen auch im Geschäftsjahr 2008/2009 alle Ehre gemacht. Besonderer Höhepunkt: Die 125-Jahr- Feier der Organisation mit der Einweihung der Fritz- Kamping-Statue in der Kirchhofsburg und dem Festakt in der St.-Martini-Kirche, bei dem der bekannte Menschenrechtler Prof. Dr. Rupert Neudeck als Hauptredner fungierte. Die Begriffe „Heimat“ und „Verschönern“ standen jetzt während der Jahreshauptversammlung des Vereins im Heimathaus Osnabrücker Tor im Mittelpunkt des Rechenschaftsberichtes, den Vorsitzender Dieter Huntebrinker abgab. Die Heimatverbundenheit habe sich wie ein roter Faden durch das Jubiläumsjahr gezogen – und dabei Zeichen gesetzt. So sei der Heimat- und Verschönerungsverein Gastgeber des Kreisheimattages gewesen, den der Heimatbund Osnabrücker Land in Buer ausrichtete. Außerdem habe sich der Verein unter der Federführung von Vorstandsmitglied Dieter Horst aktiv in das Projekt „Dorfglocke Holzhausen“ eingebracht und darüber hinaus das Fritz-Kamping- Denkmal realisiert. „Wir alle haben uns sehr engagiert in die von unserem Vorstandsmitglied Jürgen Krämer entwickelte Idee eingebracht und konnten die Skulptur schließlich während des Festaktes zur 125-Jahr-Feier der Öffentlichkeit übergeben“, erläuterte Huntebrinker. Das Spendenaufkommen für dieses Projekt in Höhe von mehr als 20000 Euro habe es dem Verein zudem ermöglicht, sechs Ruhebänke aus Edelstahl anfertigen und aufstellen zu lassen. Zudem sei aus Spendengeldern eine Bronzetafel finanziert worden, auf der die Eckdaten der St.-Martini-Kirche vermerkt wurden. „Diese Tafel konnte kurz vor unserem Vereinsjubiläum im Bereich der Portale des Gotteshauses angebracht werden“, erläuterte der Vorsitzende. „Sehr stolz sind wir auf das Angebot und auf die Resonanz des Wanderangebotes, für das unser Vorstandsmitglied Rolf Kellermann verantwortlich zeichnet“, sagte Huntebrinker weiter. So habe der Wanderwart im Berichtszeitraum sieben Wanderungen angeboten, die zwischen 45 und 60 Teilnehmer auf die Beine brachte. Dass die Wanderungen ein derart lebhaftes Echo fanden, führte der Redner neben den attraktiven Routen auch auf das kulinarische Rahmenprogramm zurück. Der Heimat- und Verschönerungsverein betreut in seinem Zuständigkeitsbereich ein rund 80 Kilometer langes Wanderwegenetz. „Dass diese Wege hervorragend gekennzeichnet und beschrieben sind, ist das große Verdienst unseres Vorstandskollegen Hartmut Langenberg“, berichtete Huntebrinker. Unterstützt werde der Wegewart dabei von Karl-Heinz Aschermann. Des Weiteren kümmere sich Langenberg um die Instandsetzung von Wanderwegen, die infolge des Orkans „Kyrill“ schwer beschädigt worden seien. „Inzwischen sind ungefähr 50 von 80 Kilometern wieder auf Vordermann gebracht worden“, teilte Langenberg am Rande der Versammlung mit. Wieder begehbar seien die Wanderwege im Kleinen und im Großen Kellenberg, im Buerschen Wald und vom Roten Pfahl bis zum Kalbsiek. Gleiches gelte für den Linner Bergweg, den Wittekindsweg und für Teile des Südlichen Tourenweges. Allerdings liege noch ein schönes Stück Arbeit vor den Heimatfreunden, um die restlichen Wege zu sanieren, beispielsweise im Bereich des Stuckensberges und in Teilen der Meller Berge. „Hier sind wir zwingend auf die Unterstützung der Stadt angewiesen, um das Projekt bis zum Deutschen Wandertag im Jahre 2011 abgeschlossen zu haben“, so der Wegewart. Zurzeit, sagte Dieter Huntebrinker weiter, arbeite Hartmut Langenberg an einer Dokumentation über die im Raum Buer ansässigen Bauernhöfe. Das Ergebnis dieser Forschungsarbeit wird in die Kirchspielchronik einfließen, an der gegenwärtig mehrere
foto Um Wanderern freie Bahn bieten zu können, müssen an manchen Stellen Baumstämme aus dem Weg geräumt werden.
Autoren unter der inhaltlichen Leitung von Vorstandsmitglied Jürgen Krämer arbeiten. Einen weiteren Schwerpunkt des Rechenschaftsberichtes legte Huntebrinker auf das Veranstaltungsprogramm im Heimathaus, das seit dem Kunsthandwerkermarkt 2008 Schauplatz der von Irmgard Buth arrangierten Ausstellung „Menschen in Buer“ ist. Darüber hinaus seien diverse Vortragsveranstaltungen angeboten worden, die teilweise aus Platzgründen aus dem Vereinsdomizil in die Kulturwerkstatt verlegt werden mussten. Einen positiven Verlauf bescheinigte der Vorsitzende der Jahresfahrt, die 2008 nach Hildesheim führte. Für 2009 seien ein Sommerausflug nach Essen und eine Fluss-Kreuzfahrt auf der Rhône geplant. Einen Überblick über die Finanzlage gab in Vertretung von Schatzmeister Friedrich Kohmöller stellvertretender Vorsitzender Dieter Horst. Die Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig. Im Anschluss an die Regularien hielten Bärbel Rolle und Reinhard Türke einen Vortrag über das Kenia-Projekt der Lindenschule, der viel Beifall fand.

1.Dezember 2008 ©kreisblatt

foto Das Werk ist vollendet: Im Beisein von rund 40 Gästen wurde der neue Glockenstuhl auf dem Schlichteberg am Samstagnachmittag offiziell eingeweiht. Foto: Jürgen Krämer

Stätte der Begegnung

Neuer Glockenstuhl auf dem Schlichteberg offiziell eingeweiht

jk BUER. Mit einem Fest, das von Sabine Wehrmann und Dieter Horst organisiert worden war, haben die Ortschaft Holzhausen, der Ortsrat sowie der Heimat- und Verschönerungsverein Buer am Samstagnachmittag den neuen Glockenstuhl auf dem Schlichteberg eingeweiht. Dieter Horst, der vor Ort als Projektkoordinator wirkte, brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, „dass unsere Glocke auch in Zukunft bei Freud und Leid ertönen wird“. Sein Dank galt allen, die einen Beitrag zur Umsetzung des Projektes leisteten – vom Heimatund Verschönerungsverein über den Ortsrat bis hin zur Bürgerstiftung der Kreissparkasse Melle. „Ohne das finanzielle Engagement dieser Stiftung wäre die Umsetzung dieser Maßnahme gar nicht möglich gewesen“, sagte Horst an den Geschäftsführer der Bürgerstiftung, Henning Bauer, gerichtet. Worte des Dankes fand der Redner ferner für Familie Emanuel, die den Standort für den Glockenstuhl zur Verfügung stellte, für Werner Weßler, der die so genannte „Zwille“ beisteuerte, für Dieter und Heide Huntebrinker, welche die Stützpfeiler für den Glockenstuhl gestiftet hatten, sowie für Tischlermeister Gert Möller. Ein ganz besonderes Dankeschön sprach Horst darüber hinaus den freiwilligen Helfern vor Ort aus – allen voran Dieter Stiegemeyer, der ungezählte Stunden seiner Freizeit in das Projekt investierte. Ortsbürgermeister Georg Harms lobte die Realisierung des Vorhabens als „großes Gemeinschaftswerk“. Sein Dank galt der Familie Kattmann, die seit mehr als 30 Jahren als „Glöckner von Holzhausen“ fungiere und hierfür während der Feierstunde eine kleine Anerkennung in Form eines Blumenstraußes erhielt. Einem Grußwort des Heimatvereinsvorsitzender Dieter Huntebrinker folgte ein kurzer Festvortrag von Ortsratsmitglied Wilhelm Hunting, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises für Ortsentwicklung. Er brach in seiner viel beachteten Ansprache eine Lanze für den Erhalt aller neun Dorfglocken im Kirchspiel Buer. An die Bevölkerung richtete Hunting den Appell, die traditionsreichen Glockenstandorte auch in Zukunft als Stätten der Begegnung und der Kommunikation zu nutzen.

15.Oktober 2008 ©kreisblatt

foto Auf jeden Zentimeter kam es an: Unter Einsatz eines Teleskopkrans wurde der Glockenstuhl am späten Montagnachmittag auf dem Schlichteberg aufgestellt. Fotos: Jürgen Krämer

Schon bald soll die Glocke erschallen

Hölzerne Zwille auf dem Schlichteberg aufgestellt

Von Jürgen Krämer BUER. Seit einiger Zeit ist ihre eherne Stimme verstummt. Die Rede ist von der Dorfglocke auf dem Schlichteberg in Holzhausen. Aber schon bald soll der Klangkörper wieder weithin erschallen und der Bevölkerung von Freud und Leid im Orte künden – dann allerdings in einem neuen Glockenstuhl, der am späten Montagnachmittag von Anwohnern und weiteren Helfern unter der Federführung von Tischlermeister Gert Möller aus Buer an malerischer Stelle errichtet wurde. Dorfglocken haben in Holzhausen eine lange Tradition, deren Anfänge allerdings im Dunkel der Geschichte vorborgen geblieben sind. „Es soll mindestens drei gegeben haben“, berichtet Friedel Oberdiek, der in unmittelbarer Nähe des Glockenstandortes wohnt. Ursprünglich habe die Holzhausener Glocke „auf Wellmanns Hof unten im Ort“ geläutet. Kurz vor der kommunalen Gebietsreform hätten die Verantwortlichen der damals noch selbstständigen Gemeinde Holzhausen im Jahre 1972 den Beschluss gefasst, den Standort für den Klangkörper auf den Schlichteberg zu verlegen. Mehr als 30 Jahre lang erschallte die Glocke vor den Toren des Wildparks – ein Zeitraum, in dem Wind und Wetter dem nur rund drei Meter hohen Glockenstuhl dermaßen zusetzten, dass dieser mehr und mehr baufällig wurde. „Im ausgehenden Winter 2007 entstand in der Bevölkerung des Ortes der Wunsch, ein neues Bauwerk zu realisieren“, erläutert Dieter Horst, der selbst Holzhausener Bürger und stellvertretender Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer ist. Im Folgenden sei es zu Zusammenkünften gekommen, in deren Verlauf auch Alternativstandorte für die Glocke diskutiert worden seien. „Am Ende gab es allerdings ein überwältigendes Votum für den Standort
foto Haben ihre helle Freude an der glänzenden Glocke: Dieter Horst und sein zweijähriger Enkel Lasse.
am Schlichteberg“, so Horst. Das Projekt geriet in der Folgezeit zu einem wahren Gemeinschaftswerk: Ortsratsmitglieder, Holzhausener Bürger, die Familie Emanuel als Grundstückseigentümer und die Bueraner Heimatfreunde machten den neuen Glockenstuhl zu ihrem Thema. Allgemeiner Tenor: Der Klangkörper sollte in einer hölzernen Zwille aufgehängt werden – einem Eichenbaum mit zwei mächtigen Stammausbreitungen, der schließlich in Meesdorf aufgetan wurde. „Wir haben den etwa neun Meter langen Stamm entrindet und vom Splint befreit“, berichtet Tischlermeister Möller. Die Zwille werde von vier großen Streben gestützt, die in Betonfundamenten fest im Boden verankert seien. Auch Dieter Stiegemeyer aus der Nachbarschaft brachte sich aktiv in das Projekt ein – beispielsweise, indem er die Glockenhalterung aufwändig sanierte und dem im Jahre 1920 aus Bronze gegossenen Klangkörper unter Einsatz eines Sandstrahlgebläses zu neuem Glanz verhalf. Schon jetzt freuen sich die Holzhausener, denn noch im Oktober soll der neue Glockenstuhl offiziell eingeweiht werden
foto Der Mann an der Zwille: Tischlermeister Gert Möller und seine Mitarbeiter setzten das Projekt handwerklich um.
foto Verzweigt und scharfkantig: Mit solchen Metallteilen wurde der Glockenstuhl im Betonfundament verankert.
foto Mit vereinten Kräften: Vor der Montage der Streben wurde die Zwille in die richtige Position gebracht.

15.September 2008 ©kreisblatt

„Die Freude an Gottes schöner Natur wecken“

Vorsitzender Dieter Huntebrinker hielt beim Festakt in der St.-Martini-Kirche Rückschau – Das nächste Projekt steht bereits vor der Tür

jk BUER. „Der Verein will dem Allgemeinen dienen, angenehm Herz und Auge erfreuend und jedermann zugängliche Orte erschließen und die Freude an Gottes schöner Natur wecken.“ Dieses Ziel hatten sich einige zukunftsorientierte Bürger auf die Fahnen geschrieben, als sie im Jahr 1883 den Heimat- und Verschönerungsverein Buer aus der Taufe hoben. Dieter Huntebrinker, seit 1996 Vorsitzender der traditionsreichen Organisation, stellte dieses Zitat am Samstagnachmittag während des Festaktes zum 125-jährigen Vereinsjubiläum an den Anfang seiner Rückschau auf die Historie der Bueraner Heimatfreunde. Bekannte Persönlichkeiten wie Georg-Karl Eicke (Vorsitzender von 1883–1886), Gustav Struck (1886–1896), Carl Ledebur (1896–1905), Fritz Kamping (1905–1922), Ludwig Rögge (1922–1930), August Behrens (1930–1932, Friedrich Unland (1932–1959) und Wilhelm Hensiek (1959–1996) seien es gewesen, die den Verein engagiert geführt und – unterstützt von ihren Vorstandskollegen – mit Leben erfüllt hätten. Am Beispiel der jüngeren Vereinsgeschichte zog der Redner eine durchweg positive Bilanz: Vortragsabende und Ausstellungen im Heimathaus, ein attraktives Wanderwegenetz, das das gesamte Kirchspiel durchziehe, attraktive Jahresfahrten und gelungene Wanderungen seien der beste Beweis dafür, dass der Verein mitten im Leben stehe. Worte des Dankes richtete Huntebrinker an drei Mitstreiter, die an der Basis zusammen mit ihm regelmäßig Kärrnerarbeit leisten: die Vorstandsmitglieder Hartmut Langenberg und Rolf Kellermann sowie Vereinsmitglied Irmgard Buth. Als die 125-Jahr-Feier am späten Samstagnachmittag mit einer Kaffeetafel unter der Regie des Landfrauenvereins im Gemeindehaus am Heckengang zu Ende ging (Grußworte entboten dabei unter anderem Bundestagsabgeordneter Georg Schirmbeck und der Vorsitzende des Heimatvereins Melle, Hartmut Wippermann), freuten sich die Verantwortlichen über die gelungene Jubiläumsveranstaltung. Und: Sie richteten den Blick bereits auf das nächste Projekt – die Erneuerung des Glockenstuhls in Holzhausen, das in diesen Wochen nach monatelanger Vorbereitung unter der Federführung von Vorstandsmitglied Dieter Horst realisiert wird. foto Begrüßung im Sonnenschein: Bei herrlichstem Spätsommerwetter hieß Vorsitzender Dieter Huntebrinker (am Rednerpult) die Teilnehmer der Jubiläumsfeierlichkeiten auf dem Kirchplatz in Buer willkommen.

Neudeck: Fritz Kamping war der Bill Gates von Buer

Schleef: Was Heimatvereine leisten, ist mit Geld nicht aufzuwiegen

jk BUER. Als Kristin Auf der Masch am 17. Mai 1996 das Licht der Welt erblickte, ahnte sie noch nicht, dass sie auf den Tag genau 149 Jahre nach der Geburt Fritz Kampings geboren wurde – eine Tatsache, die ihr am Samstagnachmittag eine besondere Aufgabe zuteil werden ließ. Zu Beginn der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer war es der Enkeltochter von Ortsbürgermeister Georg Harms mit dem Enthüllen der Fritz-Kamping-Statue vorbehalten, die offizielle Einweihung des Denkmals zu vollziehen – ein feierlicher Akt, der von den rund 350 Gästen mit Beifall aufgenommen wurde. „Der Heimat- und Verschönerungsverein Buer begeht sein 125-jähriges Bestehen, und wir haben Anlass zu danken. Zu danken all jenen Menschen, die uns in dieser Zeitphase unterstützt und besonders den Menschen, die sich für unseren Ort engagiert haben. Als Geste des Dankes möchten wir ein Einwohnern unseres Kirchspiels etwas zurückgeben und ein Geschenk machen – in Form der Fritz- Kamping-Skulptur“, betonte Vorsitzender Dieter Huntebrinker in seiner Eröffnungsrede. Kamping, der von 1847 bis 1922 lebte und als wohlhabender Fleischwarenfabrikant zahlreiche gemeinnützige Projekte auf den Weg brachte beziehungsweise unterstützte, rage „als Leuchtturm aus der Gruppe von Menschen heraus, die sich um unser Dorf verdient gemacht haben“. Aus diesem Grunde sei es gut und richtig, dieser Person ein Denkmal zu setzen. Der Redner dankte im Folgenden zum einen Künstler Peter Fischer-Blessin, der die Bronzefigur auf hervorragende Weise realisiert habe, zum anderen allen Sponsoren wie der Bürgerstiftung und der Kreissparkasse Melle, die das Projekt finanziell unterstützten. Nach der Bestimmungsübergabe des Denkmals, die von einer Bläsergruppe aus Wellingholzhausen unter der Leitung von Dennis Diekmann musikalisch umrahmt wurde, begaben sich die Teilnehmer zum Festakt in die St.-Martini-Kirche. „Fritz Kamping war ein Mensch, der für Buer viel getan hat – und auch der Heimat- und Verschönerungsverein bewirkt viel Gutes für das Dorf und seine Umgebung“, rief Pastorin Annette Lehmann in ihrer Begrüßungsansprache aus. Es war der Wunsch der Geistlichen, dass es durch die Figur zu mehr Leben auf dem Kirchplatz kommen möge – beispielsweise durch Kinder, die sich dort zum Spielen verabredeten. Landrat Manfred Hugo, der die Grüße des Landkreises Osnabrück übermittelte, zeigte sich erfreut darüber, dass der Festakt in einem Gotteshaus abgehalten wurde, um danach einen Bezug zur Jubiläumsorganisation herzustellen: „125 Jahre Heimat- und Verschönerungsverein Buer ist auch Ausdruck des Geistes, der in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts durch die Erweckungsbewegung Land ausging“, sagte der Redner. Seinerzeit habe eine Aufbruchstimmung geherrscht, in der viele Bürger erkannt hätten, „dass man für sein Gemeinwesen einstehen muss“. Auch in Buer hätten sich verantwortungsbewusste Menschen von diesem Geist leiten lassen. So seien die Gründer des Jubiläumsvereins bereit gewesen, sich für die Allgemeinheit einzusetzen – ein Engagement, das nachfolgende Generationen mit Erfolg fortgesetzt hätten. Stellvertretender Bürgermeister Burghardt Schleef, der im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Melle ein Grußwort entbot, rief die Initiative von Vorstandsmitglied Jürgen Krämer in Erinnerung, dem Jubiläumsjahr mit dem Kamping-Projekt einen besonderen Stempel aufzudrücken. Anschließend würdigte er die engagierte Arbeit aller Heimatfreunde im Grönegau in den Bereichen Naherholung und Kulturförderung am Beispiel des Bueraner Vereins: „Hier wird etwas geleistet, das wir nicht mit Geld aufwiegen können.“ Ulrich Gövert, Präsident des Wiehengebirgsverbandes Weser-Ems, rief anschließend in Erinnerung, dass seine Organisation im Jahre 1908 unter anderem vom Heimat- und Verschönerungsverein Buer aus der Taufe gehoben worden war, und stellte mit Blick auf die erfolgreiche Arbeit der Jubiläums- Organisation anerkennend fest: „Wir sind stolz auf diesen Verein.“ Der Vorsitzende des Heimatbundes Osnabrücker Land, Jürgen Eberhard Niewedde, machte mit wohlgesetzten Worten deutlich, dass das Fritz-Kamping-Projekt von Teilen der Öffentlichkeit durchaus kritisch begleitet wurde. Für ihn gab es allerdings keinen Zweifel: „Solche Aktionen tragen zur Individualisierung und Imagebildung der Dörfer bei. Mein persönlicher Wunsch ist es, dass dieses Vorhaben in möglichst vielen Gemeinden des Osnabrücker Landes ortsspezifisch nachgeahmt wird.“ Der Menschenrechtler Dr. Rupert Neudeck, der auf Einladung des Jubiläumsvereins den Festvortrag hielt, legte seinen Ausführungen das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zugrunde. Als Kernpunkt auf dem Weg zu einer besseren Welt nannte der Redner die Grundfrage, „ob wir uns beim Bewältigen der Probleme auf dieser Erde als Nächster oder als Zuständiger empfinden“. Und, so Neudeck: „Auf dem Weg zu einer gerechten Weltgesellschaft braucht man Menschen, an denen man sich orientieren kann – wie Fritz Kamping, den Bill Gates von Buer.“
foto Feierliche Handlung: Kristin Auf der Masch nahm vor den Augen der Gäste das Enthüllen des Denkmals vor.
foto Engagiert und kompetent: Dr. Rupert Neudeck hielt im Altarraum der St.-Martini-Kirche seinen Festvortrag zum Thema „Eine bessere Welt“. Fotos: Jürgen Krämer
foto Äußerte sich lobend über die Skulptur: Landrat Manfred Hugo (rechts), hier im Gespräch mit Künstler Peter Fischer-Bessin.

5.September 2008 ©kreisblatt

Auf der Suche nach dem Bildtext

Heimatverein will Fotos beschriften

foto Startet ein interessantes Projekt: Irmgard Buth möchte möglichst alle Fotografien aus dem Archiv des Heimat- und Verschönerungsvereins mit einem Erläuterungstext versehen – und hofft auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Fotos: Jürgen Krämer
Von Jürgen Krämer BUER. Das Heimathaus Osnabrücker Tor in Buer bietet so manchen kleinen Schatz aus der Geschichte des Kirchspiels – darunter weit mehr als 1000 historische Fotografien. Da im Laufe der Zeit nur ein Bruchteil dieser Aufnahmen beschriftet wurde, startete der Heimat- und Verschönerungsverein Buer jetzt eine besondere Initiative. Er möchte möglichst alle Bilder mit einem kurzen Erläuterungstext versehen und auf diese Weise das Fotomaterial gesamtinhaltlich aufwerten. Die Idee, ein solches Projekt auf den Weg zu bringen, kam Vereinsmitglied Irmgard Buth im Frühsommer dieses Jahres. „Immer, wenn ich einen Blick in das Vereinsarchiv warf und die vielen unbeschrifteten Bilder sah, kam mir nur ein Gedanke: Die Fotos müssen beschriftet werden, damit nachfolgende Generationen wissen, was im Detail auf den historischen Aufnahmen zu sehen ist“, erläutert die ehemalige Diakonin der St.-Martini-Kirchengemeinde. Obwohl sie ein echtes Bueraner Kind sei, so die 80- Jährige, „fiel es mir persönlich schwer, allen Fotografien Bildunterschriften zuzuordnen.“ Um die Bevölkerung für die Thematik zu sensibilisieren, stellte sie an Schautafeln eine Auswahl von rund 250 Bildern zusammen – einige von ihnen mehr als 100 Jahre alt. Ein Großteil der ältesten Aufnahmen verfüge bereits über Bildzeilen, da sie im Mittelpunkt des im Jahre 1983 erschienenen Buches „Kirchspiel Buer – Bilder aus vergangener Zeit“ veröffentlicht worden seien, berichtet die rüstige Seniorin, die ihre Fotoausstellung erstmalig während
foto Kleine Fragezeichen lassen es deutlich werden. Für Hunderte von historischen Aufnahmen fehlen Bildtexte.
des Buer-Marktes präsentierte. „Die Resonanz auf die Schau fiel dabei überwältigend aus – und es entstand die Idee, in das Beschriften der Bilder möglichst viele Bürgerinnen und Bürger des Kirchspiels einzubinden“, erläutert die Heimatfreundin und fährt fort: „Wir setzen dabei auch auf die Mithilfe von Zeitzeugen; denn die jüngsten Bilder, die in unserem Archiv schlummern, stammen aus den 1980er Jahren.“ In den vergangenen Wochen lud Irmgard Buth bereits einige heimatkundlich interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger zu Kaffeestunden in das Heimathaus ein, um das großherzige Projekt in ungezwungener Atmosphäre auf den Weg zu bringen. „Diejenigen, die gekommen waren, hatten ihre helle Freude an den historischen Aufnahmen, von denen nicht wenige in der Nachkriegszeit entstanden“, so die 80-Jährige. Die Darstellungen seien in verschiedene Themenbereiche untergliedert, darunter „Menschen“, „Gebäude“, „Landschaften“ und „Natur“. Besonders erfreulich sei in den vergangenen Tagen und Wochen das Beschriften von Bauernhofmotiven verlaufen, führt die ehemalige Diakonin aus. Trotzdem sei bei diesem speziellen Projekt „weitere Mithilfe aus den Kirchspieldörfern erforderlich“. Interessierte haben ab sofort die Gelegenheit, sich sonntags in der Zeit von 11 bis 12.30 Uhr an dem Projekt zu beteiligen. Eine Mitarbeit ist aber auch zu anderen Zeiten nach vorheriger Abstimmung mit Irmgard Buth unter der Telefonnummer 0 54 27/1423 möglich.

25.August 2008 ©kreisblatt

foto Bis demnächst in Buer: Freundlich grüßt die Fritz-Kamping- Statue in der Kunstgießerei Schwab den Betrachter.

Jetzt kann die Einweihung kommen

Fritz-Kamping-Statue erhält in dieser Woche ihre endgültige Farbe

foto Bei der Arbeit: Auf Wunsch von Bildhauer Peter Fischer-Blessin nahm Ziseleur Martin Scharf einige kleinere Korrekturen an der Bronzefigur vor. Fotos: Jürgen Krämer
BUER/SPRAKEL. Das Werk ist (fast) vollendet – und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Mit der offiziellen Endabnahme der Fritz-Kamping- Statue durch Bildhauer Peter Fischer-Blessin und den Initiator des Vorhabens, Jürgen Krämer vom Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer, ist das Denkmalprojekt jetzt in seine abschließende Phase eingetreten. In dieser Woche soll die nahezu 200 Kilogramm schwere Bronzefigur in der Kunstgießerei Schwab in Sprakel mit der Patinierung ihre endgültige Farbe erhalten – und danach steht der Einweihung des Monumentes nichts mehr im Wege. Nachdem das letzte der insgesamt fünf Einzelteile vor nahezu sechs Wochen im Beisein einer Delegation der Bueraner Heimatfreunde in dem kleinen münsterländischen Fachbetrieb aus rund 1200 Grad heißer Bronze gegossen worden war (wir berichteten), ging Ziseleur Martin Scharf zu Werke. „Nach dem Erkalten der fünf Elemente nahm ich zunächst das Entfernen der Eingusskanäle vor, um anschließend die Einzelteile zusammenzuschweißen“, erläuterte der Fachmann. Anschließend habe er die Schweißnähte bearbeitet, „bis diese nicht mehr zu sehen waren“. Danach sei die komplette Figur gesandstrahlt und dann mit einer rotierenden Drahtbürste gereinigt worden. An diesem Montag nun soll die Fritz-Kamping-Figur ihre Patinierung erhalten – in einem klassischen Farbton, wie der Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins entschieden hat. „Danach kommt sie ganz groß raus“, ist sich Ziseleur Scharf sicher. In den Nachmittagsstunden des 9. September soll die schwergewichtige Figur aus Sprakel nach Buer gebracht werden, um dort tags darauf
foto Fester Stand: Mit Halterungen aus Edelstahl, die mit den Füßen verschweißt wurden, soll die Figur im Erdreich befestigt werden..
foto Hervorragende Umsetzung: Selbst kleinste Details hat der Bronzeguss hervorgebracht.
auf dem Kirchplatz vor den Portalen der St.-Martini-Kirche aufgestellt zu werden. Die offizielle Bestimmungsübergabe der Skulptur erfolgt schließlich am Samstag, 13. September, 15 Uhr, im Rahmen der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Heimat- und Verschönerungsvereins – ein Jubiläum, für das mit dem bekannten Menschenrechtler Dr. Rupert Neudeck ein prominenter Festredner gewonnen werden konnte. Zu dieser Veranstaltung erwarten die Bueraner Heimatfreunde zahlreiche Gäste – unter ihnen Sponsoren, die das 20 000-Euro- Projekt finanziell unterstützten.

23.August 2008 ©kreisblatt

Heimathaus erstrahlt in neuem Glanz


foto Nach einer Sanierung der Außenfassade erstrahlt das Heimathaus Osnabrücker Tor in Buer in neuem Glanz. „Im Zuge der Renovierungsmaßnahme erhielt die Schaufront am Kirchplatz einen hellen und freundlichen Außenanstrich“, erläuterte der Vorsitzende des örtlichen Heimat- und Verschönerungsvereins, Dieter Huntebrinker. Darüber hinaus sei die Fassade mit dem Schriftzug „Heimathaus Osnabrücker Tor“ versehen worden. Bei der Gestaltung der Beschriftung habe man bewusst auf eine moderne Leuchtreklame verzichtet, sondern Buchstaben aus Kupfer verwendet, die mit der Architektur des Gebäudes und der angrenzenden Häuser korrespondierten, so der Heimatvereinschef. -jk-/Foto: Jürgen Krämer

18.Juli 2008 ©kreisblatt

foto Sichtlich zufrieden: Firmenchefin Marianne Schwab präsentierte die Beine der Skulptur.
foto Spannender Augenblick: Aus einer zuvor auf mehr als 1000 Grad Celsius erhitzten Pfanne ergoss sich die flüssige Bronze in die Form. Kein Wunder, dass die Arbeiter bei derart hohen Temperaturen Schutzkleidung tragen müssen. Fotos: Jürgen Krämer

foto Einsatz bei Hitze: Cengiz Akdeniz beim Vorheizen der Gusspfanne.

Bronze schoss zischend in die Form

Fritz-Kamping-Statue soll im September offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden

Von Jürgen Krämer
BUER/SPRAKEL.Die Fritz- Kamping-Statue geht ihrer Vollendung entgegen. Am Mittwoch erfolgte mit dem Guss des Kopfes die Fertigstellung des letzten von fünf Einzelteilen der Skulptur, die im September aus Anlass der 125-Jahr-Feier des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer vor den Portalen der St.-Martini-Kirche offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden soll. Es war schon beeindruckend, als die flüssige, rund 1200 Grad heiße Bronze in der Kunstgießerei Schwab in Sprakel bei Münster vor den Augen einiger der Vorstandsmitglieder Dieter Horst, Dieter Huntebrinker, Rolf Kellermann und Jürgen Krämer sowie weiterer Heimatfreunde zischend in die gebrannte Form schoss. Die Produktion der Figur erfolgte im sogenannten Wachsausschmelzgussverfahren. „Diese Art des Gusses findet bei formtechnisch schwierigen Figuren Anwendung“, erläuterte Firmenchefin Marianne Schwab im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Ablauf: Nachdem Künstler Peter Fischer-Blessin aus Krukum das Gipsmodell der lebensgroßen Figur zum Fachbetrieb transportiert hatte, musste diese zunächst in eine Blindform eingebettet werden. Anschließend erfolgte der Aufbau von zweiteiligen Gipsstützschalen, in die flüssiges Silikonkautschuk eingegossen wurde. „Die Negativform aus Kautschuk zeigt alle Feinheiten des Originals, beispielsweise den Bart Fritz Kampings“, erläuterte Marianne Schwab. In diese Negativform sei daraufhin eine mehrere Millimeter starke Wachsschicht aufgetragen worden, die der späteren Wandstärke des Gussstückes entsprach. Am Ende sei die Vorlage aus produktionstechnischen Gründen in fünf Teile zerlegt worden. Nächster Schritt: Nach dem Anbringen von Eingussund Entlüftungskanälen, wurden die fünf Bestandteile der Figur in eine keramische Masse eingegossen – und nach dem Erstarren des Materials wanderten die Blöcke in einen Brennofen, in dem das Wachs bei hohen Temperaturen ausgeschmolzen wurde. Danach stand dem eigentlichen Gussvorgang nichts mehr im Wege. „Ist die Bronze erstarrt und weit genug abgekühlt, wird die Form zerschlagen, um den Rohguss zu gewinnen“, so die Gießereibesitzerin. In den nächsten Tagen und Wochen soll an der Figur der Feinschliff vorgenommen werden. So wird ein Ziseleur zunächst vorsichtig die Eingusskanäle
foto Spezialist bei der Arbeit: Dieter Zinke erstellte die Wachsformen für die Fritz-Kamping-Statue, die schon bald zur optischen Aufwertung des Kirchplatzes in Buer beitragen soll.
abtrennen und mit einem großen Arsenal von Spezialwerkzeugen die Überarbeitung der einzelnen Elemente vornehmen. Im Folgenden werden die fünf Elemente der Figur unter Schutzgasatmosphäre zusammengeschweißt. „Die dabei entstehenden Schweißnähte werden dann so überarbeitet, dass sie praktisch unsichtbar sind“, führte Marianne Schwab aus. Am Ende werde die Fritz- Kamping-Skulptur so genau wie irgend möglich dem Originalsmodell des Krukumer Künstlers Peter Fischer-Blessin entsprechen, das der Ziseleur bei seinen Arbeiten ständig zum Vergleich heranziehe. Letzter Produktionsschritt: Die abschließende Behandlung übernimmt der Patineur. Durch seine aufgepinselten Lösungen erzielt er dank chemischer Prozesse auf der Oberfläche die gewünschte Patina – „und nach einer Konservierungsbehandlung wird die Skulptur dann für den Abtransport nach Buer bereitstehen“, machte Marianne Schwab abschließend deutlich.

2.Juni 2008 ©kreisblatt

foto Begrüßet die edlen Spender: Auf dem Hof von Peter Fischer-Blessin (Zweiter von links) fanden sich (von links) Konrad Huhmann, Dieter Huntebrinker und Henning Bauer zur symbolischen Scheckübergabe ein. Foto: Jürgen Krämer

Wohltat für Wohltäter-Figur

7000 Euro für Kamping-Statue

jk MELLE. Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, als ob Fritz Kamping die edlen Spender freundlich grüßt: Mit 7000 Euro fördert die Bürgerstiftung der Kreissparkasse Melle die Fritz-Kamping-Statue, die ab Mitte September einen Blickfang in der historischen Bueraner Kirchhofsburg darstellen soll. „Wir freuen uns sehr über diese großherzige Zuwendung, da mit ihr rund ein Drittel der Gesamtkosten für dieses Projekt abgedeckt werden“, betonte der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer, Dieter Huntebrinker auf dem Anwesen des Künstlers Peter Fischer-Blessin in Krukum. „Fritz Kamping und die Bürgerstimmung – das passt gut zusammen“, unterstrich Vorsitzender Konrad Huhmann, der die Spende zusammen mit dem Geschäftsführer der Stiftung, Henning Bauer, übergab. So habe der „Wohltäter von Buer“ Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Vielzahl sozialer Projekte realisiert, während sich die Bürgerstiftung auf ihre Fahnen geschrieben habe, gemeinnützige Projekte zu fördern. Sowohl Huntebrinker als auch Huhmann und Bauer äußerten sich lobend über das Werk des Bildhauers, der die Vorlage für die Gussform der Bronzeskulptur in den vergangenen Tagen vollendete. „In Kürze werden wir die Figur zur Kunstgießerei Schwab nach Sprakel bringen“, so der Bildhauer.

3.Mai 2008 ©kreisblatt

foto Das Werk ist gelungen: Lobende Worte für die Arbeit Peter Fischer-Blessins (Dritter von links) fanden (von links) Rolf Kellermann, Hartmut Langenberg, Jürgen Krämer und Dieter Huntebrinker vom Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins.
Foto: Petra Blessin

Selbst Details hervorragend umgesetzt

Fritz-Kamping-Skulptur entsteht


BUER/BIELEFELD. Seit dem ersten Besuch der Vorstandsdelegation im Atelier des Bildhauers Peter Fischer-Blessin waren bereits zehn Wochen ins Land gegangen. „Seither habe ich täglich an der Fritz- Kamping-Skulptur gearbeitet“, berichtete der Künstler, als jetzt erneut Dieter Huntebrinker, Rolf Kellermann, Jürgen Krämer und Hartmut Langenberg vom Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer an der Tür des Künstlers in Bielefeld anklopften, um sich über den aktuellen Sachstand zu informieren. „So etwas würde ich niemals hinkriegen. Es ist faszinierend, wie Peter Fischer- Blessin diese Skulptur gestaltet hat“, stellte Kellermann freudestrahlend fest und sprach damit seinen übrigen Vorstandskollegen aus der Seele. Selbst kleinste Details habe der Bildhauer mustergültig umgesetzt – von den Augen über den Faltenwurf der Pelerine bis hin zu den Manschettenknöpfen. „Wenn wir die Skulptur aus Anlass der 125-Jahr-Feier unseres Vereins im September offiziell einweihen werden, dann foto werden wir mit einem Monument an die Öffentlichkeit treten, das eine optische Bereicherung für die Bueraner Kirchhofsburg darstellen wird“, war sich Hartmut Langenberg sicher. Und Vorsitzender Dieter Huntebrinker brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass das Projekt „Fritz-Kamping- Statue“ großen Anklang in der Bevölkerung des Kirchspiels Buer finde. Inzwischen hätten sich zahlreiche Sponsoren dazu bereit erklärt, die Aktion mit zum Teil namhaften Geldspenden zu unterstützen. Um mit den Spendengeldern verantwortungsbewusst umzugehen und ein optimales Preis- Leistungs- Verhältnis zu erzielen, brachten die Verantwortlichen des Heimat- und Verschönerungsvereins eine Ausschreibung unter drei renommierten deutschen Gießereien auf den Weg. Jetzt soll die Kunstgießerei Schwab in Sprakel mit dem günstigsten Angebot den Zuschlag für den Guss der Bronzestatue erhalten. „Wir freuen uns, mit der Firma Schwab ein kompetentes und leistungsfähiges Unternehmen verpflichten zu dürfen“, unterstrich Vorstandsmitglied Jürgen Krämer, der den münsterländischen Familienbetrieb bereits vor vier Jahren in seiner Eigenschaft als Mitglied der Führungsmannschaft des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises Melle kennenund schätzen lernte. „Seinerzeit wurde im Hause foto Schwab nach den Entwürfen des Künstlers Johann Janikowski das Einwanderer-Denkmal für die Partnergemeinde New Melle im US-Bundesstaat Missouri gegossen – ein Auftrag, den das Unternehmen zu unserer vollsten Zufriedenheit ausführte“, sagte Krämer weiter. Inhaber und Mitarbeiter sähen jedes Projekt als eine persönliche Herausforderung an – mit dem Ergebnis, dass Spitzenprodukte entstünden. So komme es nicht von ungefähr, dass sogar ein weltbekannter Designer wie Luigi Colani mit dem Familienbetrieb zusammenarbeite. Peter Fischer-Blessin geht davon aus, die Skulptur innerhalb der nächsten vier Wochen zu vollenden. Kurz darauf soll der Guss der Figur vonstatten gehen. „Wir liegen damit gut im Zeitplan“, so Heimatvereinsvorsitzender Dieter Huntebrinker. Die Einweihung könne dann termingerecht im Rahmen der offiziellen 125-Jahr- Feier im September erfolgen.
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29.April 2008 ©kreisblatt

foto Mit dem Heimatbund-Logo in den Händen: Hartmut Nümann, Dr. André Berghegger, Jürgen- Eberhard Niewedde und Dieter Huntebrinker (von links).
Fotos: Jürgen Krämer
foto Kühle Getränke servierten Elisabeth Benne, Erika Hallmann und Hildegard Schäfer (von links) vom Heimatverein Borgloh zum Auftakt des Kreisheimattages in historischer Tracht.

Ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr

Heimat- und Verschönerungsverein Buer erwies sich beim Kreisheimattag als exzellenter Gastgeber


foto Auf große Resonanz stieß die Präsentation historischer Traktoren und Landmaschinen auch beim Geschäftsführer des Kreisheimatbundes, Jürgen Kipsieker (links).
Von Jürgen Krämer
BUER. Mit dem 34. Kreisheimattag des Heimatbundes Osnabrücker Land (HBOL) hat das Veranstaltungsprogramm zum 125-jährigen Jubiläum des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer einen weiteren Höhepunkt erlebt. Wie alt ist die historische Kirchhofsburg? Wann entstand die St.-Martini-Kirche? Was hat es mit dem Heimathaus Osnabrücker Tor auf sich, und aus welchem Anlass wurde der sogenannte Kirchspielsbrunnen auf dem Kirchplatz errichtet. So lauteten einige von vielen Fragen, die Dieter Huntebrinker und Hartmut Langenberg vom Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer bei der Führung durch das Ortszentrum zu beantworten hatten. Zu einem besonderen Erlebnis geriet für nicht wenige Teilnehmer die Besichtigung der St.-Martini-Kirche mit dem 65 Meter hohen Kirchturm, im Volksmund als „Buerscher Bleistift“ bezeichnet. Besonderes akustisches Bonbon zum Abschluss dieser Führung: Organist Matthias Breitenkamp ließ zur Freude der Besucher einige Stücke auf der „Königin der Instrumente“ erschallen. Ein Kontrastprogramm bot sich im Folgenden bei der Kaffeetafel im Gasthaus „Bremer Tor“: Zur Unterhaltung der Gäste trat der Künstler Jan Graf-Betge an das Rednerpult, um im Stile des unvergessenen Komikers Heinz Erhardt mit amüsanten Wortbeiträgen und Wortspielereien für Heiterkeit zu sorgen. Er freue sich sehr, dass so zahlreiche Teilnehmer den Weg zum Kreisheimattag nach Buer gefunden hätten, betonte Vorsitzender Jürgen-Eberhard Niewedde zum Auftakt der Mitgliederversammlung. Der Redner brachte in diesem Zusammenhang seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Veranstaltung aus Anlass der 125-Jahr-Feier des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer im Grönegau stattfinde. Und er lobte das Rahmenprogramm, das die Bueraner Heimatfreunde eigens für die Veranstaltung vorbereitet hatten. „Hier stimmt einfach alles“, so der Vorsitzende. „Sehr gerne bin ich in diesem Jahr wieder zu ihnen gekommen, um Ihnen stellvertretend für den Landkreis Osnabrück und natürlich auch persönlich die besten Grüße zum heutigen 34. Kreisheimattag und der damit verbundenen Mitgliederversammlung zu überbringen. Besonders dem Heimat- und Verschönerungsverein, möchte ich die herzlichsten Glückwünsche zum 125-jährigen Bestehen übermitteln“, unterstrich der führende Repräsentant des Landkreises in seinem Grußwort. Seit seiner Gründung im Jahre 1973 habe es sich der Heimatbund Osnabrücker Land – in Zusammenarbeit auch mit dem Kreisheimatbund Bersenbrück – zur Aufgabe gemacht, die Landschaft und Kultur der Region zu bewahren und weiterzuentwickeln und dabei nachhaltig Akzente zu setzen. Ähnlich wie zuvor Hartmut Nümann lobte anschließend Bürgermeister Dr. André Berghegger das ehrenamtliche Engagement der Heimatvereine, von denen allein acht im Grönegau existieren. So betreuten die Organisationen in Melle rund 500 Kilometer Wanderwege, unterhielten Lehrpfade, betreuten einen Umweltbildungsstandort und errichteten Aussichtstürme, von denen aus sich der heimische Raum auf besondere Weise erschließe, so das Stadtoberhaupt. Darüber hinaus setzten sich die Heimatvereine für den Erhalt der plattdeutschen Sprache und für die Bewahrung historischen Brauchtums ein – Tätigkeitsfelder, die gerade in heutiger Zeit besonders wichtig seien. Stellvertretender Ortsbürgermeister Arend Holzgräfe, der die Teilnehmer im Namen des Ortsrates begrüßte, lenkte seine Worte auf das Jubiläum des Heimat- und Verschönerungsverein. „Dass er seine 125-Jahr-Feier begeht, freut nicht nur den Verein, sondern auch uns!“ Auch der Vorsitzende das gastgebenden Vereins, Dieter Huntebrinker, reihte sich in den Reigen der Redner ein. Er bezeichnete es „als große Ehre für uns, dass der 34. Kreisheimattag bei uns in Buer stattfindet“.

28.April 2008 ©kreisblatt

Großartiges für das Osnabrücker Land geleistet

Lobende Worte beim Kreisheimattag in Buer

foto In kleinen Gruppen wurden die Teilnehmer des Kreisheimattages durch die Kirchhofsburg geführt. Foto: Jürgen Krämer
jk MELLE. Großartiges habe der Heimatbund Osnabrücker Land geleistet, sagte der stellvertretende Landrat Hartmut Nümann am Samstag beim Kreisheimattag in Buer. Seit seiner Gründung im Jahre 1973 habe es sich der HBOL in Zusammenarbeit mit dem Kreisheimatbund Bersenbrück gemeinsam mit seinen Mitgliedsvereinen zur Aufgabe gemacht, die Landschaft und die Kultur der Region zu bewahren und weiterzuentwickeln. Zu den Mitgliedsvereinen zählt der Heimat- und Verschönerungsverein Buer, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert und deshalb die Jahrestagung ausrichtete – mit Erfolg, denn vor dem Einstieg in die Tagesordnung boten die Bueraner Heimatfreunde ein interessantes Informationsprogramm mit Führungen durch die Kirchhofsburg und die St.-Martini-Kirche sowie der Präsentation historischer Ackerschlepper und Landmaschinen, die vom örtlichen Alttraktorenverein arrangiert worden war. Dass der HBOL eine engagierte Organisation ist, machte Vorsitzender Jürgen- Eberhard Niewedde in seinem Rechenschaftsbericht deutlich. Als Beispiele für die erfolgreiche Verbandsarbeit nannte er unter anderem die Umsetzung des Schwerpunktthemas 2007 „Alte Grabdenkmale im Osnabrücker Land“, das Ausrichten der Sternwanderung nach Glane und des „Tages des offenen Denkmals“ in Schledehausen sowie die Verleihung des Wilhelm-Fredemann-Gedächtnispreises und des Heimatpreises. Auch für das neue Geschäftsjahr, so Niewedde, seien viele Aktivitäten geplant, darunter die Sternwanderung, die am 22. Juni nach Schledehausen führe.

29.März 2008 ©kreisblatt

Ehrenzeichen für engagierte Vorstandsmitglieder

Generalversammlung des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer im Zeichen der 125-Jahr-Feier


foto Strahlten nach der Ehrung um die Wette: Heinrich Kempchen, Rolf Kellermann und Dieter Huntebrinker (von links).
Foto: Jürgen Krämer


jk BUER. Im Zeichen seines 125-jährigen Bestehens hat der Heimat- und Verschönerungsverein Buer jetzt im Heimathaus Osnabrücker Tor seine Generalversammlung abgehalten – eine Veranstaltung, die von einer besonderen Überraschung geprägt war. In Anwesenheit von rund 50 Mitgliedern zeichnete der Vizepräsident des Wiehengebirgsverbandes Weser-Ems, Heinrich Kempchen, Wanderwart Rolf Kellermann und Wegewart Hartmut Langenberg sowie in Abwesenheit Schatzmeister Friedrich Kohmöller mit dem silbernen Ehrenzeichen des Dachverbandes von rund 150 Heimat-, Wanderund Kulturverein in Nordwestdeutschland aus. „Die drei Geehrten haben sich aufgrund ihrer engagierten ehrenamtlichen Tätigkeit bleibende Verdienste erworben“, unterstrich Kempchen in seiner Laudatio. Er appellierte in diesem Zusammenhang an Kellermanmn, Langenberg und Kohmöller, sich auch in Zukunft in den Dienst des Heimatgedankens zu stellen. „Wenn ich heute hierher nach Buer gekommen bin – dann allerdings auch, um dem Verein zu seinem 125-jährigen Bestehen zu gratulierten“, sagte der Vizepräsident weiter. Kempchen rief im Folgenden in Erinnerung, dass der Traditionsverein zu jenen Organisationen gehört, die anno 1908 in Bad Essen den Wiehengebirgsverband aus der Taufe hoben. „Wir freuen uns sehr, dass den Heimat- und Verschönerungsverein Buer und den Wiehengebirgsverband seit nunmehr 100 Jahren eine angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet“, resümierte der Redner. Er verband damit den Wunsch, dass das positive Miteinander auch in Zukunft Bestand haben möge. Dass der Heimat- und Verschönerungsverien Buer eine äußerst rege Organisation ist, machte Vorsitzender Dieter Huntebrinker in seinem Rechenschaftsbericht über das Geschäftsjahr 2007/2008 deutlich. Als wichtige Säule der Vereinsarbeit nannte der Redner das Ausrichten von Vortragsveranstaltungen zu Themen unterschiedlichster Art Das Heimathaus Osnabrücker Tor, so Huntebrinker, sei im Berichtszeitraum Schauplatz dreier Ausstellungen gewesen. Dazu zählten die Präsentation von Handwerkskunst aus dem Erzgebirge zum Kunsthandwerkermarkt, eine Fotoausstellung zum Thema „Die schönsten Funde in Kalkriese“ anlässlich des Buer- Marktes und eine große Krippenausstellung, die Irmgard Buth und Marlies Metting in der Adventszeit präsentierten. Auch in Sachen Exkursionen und Reisen habe der Heimatund Verschönerungsverein in 2007 gepunktet, resümierte der Vorsitzende. Als Beispiele hierfür nannte er die Sommerfahrt nach Duisburg und die Flusskreuzfahrt von St. Petersburg nach Moskau. „Sehr stolz sind wir auf das Angebot unserer Wandersparte“, machte der Redner deutlich. So habe Wanderwart Rolf Kellermann sieben Wanderungen arrangiert, die mit 45 bis 60 Startern hervorragende Teilnehmerzahlen aufgewiesen hätten. „Jede Mange Arbeit hat das Geschäftsjahr Wegewart Hartmut Langenberg beschert“, erläuterte Huntebrinker. Nachdem der Orkan „Kyrill“ auch im Bueraner Raum große Schäden in den Wäldern angerichtet hatte, sei es Langenberg gewesen, der zusammen mit weiteren Mitstreitern die Wanderwege wieder auf Vordermann gebracht habe. Dass der Heimat- und Verschönerungsverein Buer über eine solide finanzielle Basis verfügt, ließ der Kassenbericht erkennen, den Vorsitzender Huntebrinker in Vertretung von Schatzmeister Friedrich Kohmöller vorlegte. Die Entlastung des Vorstandes erwies sich als reine Formsache. Im Jubiläumsjahr 2008 wird der Heimat- und Verschönerungsverein mit einer Vielzahl von Aktionen und Veranstaltungen auftrumpfen. So richtet der Traditionsverein am 26. April den Kreisheimattag des Heimatbundes Osnabrücker Land in Buer aus und veranstaltet am 1. Juni eine große Jahresfahrt nach Hildesheim. Am 9. August geben die Bueraner Heimatfreunde den Startschuss zur vierten Etappe der Jubiläumswanderung „100 Jahre Wiehengebirgsverband“ ab, ehe sie am 13. September ihre großes Jubiläum offiziell begehen – mit der Einweihung der Fritz-Kamping-Statue und einem anschließenden Festakt, bei dem Rupert Neudeck, der Gründer des „Komitees Cap Anamur“ und jetziger Vorsitzender der Hilfsorganisation „Die Grünhelme“, den Festvortrag halten wird. Apropos Vortrag: Im Anschluss an die Regularien hielt der Leiter der Archäologie für die Stadt und den Landkreis Osnabrück, Bodo Zehm, ein Referat zum Thema „Burgen und Befestigungsanlagen im östlichen Grönegau“ – interessante Ausführungen, die von der Versammlung mit Beifall aufgenommen wurde.

20.Februar 2008 ©kreisblatt

Aus dem Gesicht geschnitten


Künstler präsentiert Kopf für Fritz-Kamping-Statue


foto Der Künstler und sein Entwurf: In seinem Atelier in Bielefeld präsentierte Peter Fischer-Blessin (links) das Haupt der Statue. Dieter Huntebrinker, Rolf Kellermann und Jürgen Krämer (von links) waren hellauf begeistert.
Foto: Hartmut Langenberg


foto So soll der Kopf der lebensgroßen Fritz-Kamping-Figur aussehen.
Foto: Jürgen Krämer
BUER/BIELEFELD. Es war schon fast wie eine Vorabeinweihung: Um die Spannung im Kreis der Auftraggeber zu erhöhen, hatte Peter Fischer-Blessin den Entwurf des Kopfes für die Fritz-Kamping-Statue in seinem Bielefelder Atelier mit Tüchern verhüllt – und als am Montagabend die Hüllen fielen, gab es im Kreis der Auftraggeber strahlende Gesichter und viele lobende Worte. „Kaum zu glauben: Der sieht ja Fritz Kamping wie aus dem Gesicht geschnitten“, freuten sich Dieter Huntebrinker und Jürgen Krämer, die das Denkmalprojekt aus Anlass der 125-Jahr-Feier des Heimatund Verschönerungsvereins Buer initiiert hatten. Und auch ihre Vorstandskollegen Rolf Kellermann und Hartmut Langenberg werteten den Entwurf als überaus gelungen: „Kompliment, Kompliment, Herr Fischer-Blessin. Sie haben wirklich hervorragende Arbeit geleistet.“ Der Bildhauer hatte das Haupt des „Wohltäters von Buer“, der von 1847 bis 1922 lebte, innerhalb von rund acht Tagen aus Ton nachgebildet – und zwar auf Grundlage von historischen Fotos, auf denen der Fleischwarenfabrikant in unterschiedlichen Lebensstationen zu sehen ist. In den nächsten Wochen wird Fischer-Blessin den vollständigen Entwurf der Skulptur erstellen. „Das geschieht dann mit Gips“, berichtete der Künstler. Als „äußerst hilfreich für diese Arbeit“ bezeichnete der Künstler die Bilder, die eine Woche zuvor in seinem Privathaus in Krukum aufgenommen worden waren. Seinerzeit hatte sich Heimatvereinsvorsitzender Dieter Huntebrinker von der Borgloher Trachtenexpertin Elisabeth Benne Gehrock, Stehkragen, Chemisette und Pelerine anlegen lassen, um dem Bildhauer eine möglichst optimale Vorlage für seinen Entwurf bieten zu können (wir berichteten). Die Einweihung der lebensgroßen Skulptur, die aus Bronze erstellt werden soll, ist für den Herbst geplant.

15.Februar 2008 ©kreisblatt

foto Das Modell: Heimatvereinsvorsitzender Dieter Huntebrinker präsentierte sich während der Sitzung mit dem Künstler im Hause Fischer-Blessin in Krukum als Fritz Kamping. Fotos: Jürgen Krämer

Mit Vatermörder, Gehrock und Pellerine

Buer erhält Fritz-Kamping-Skulptur

foto Das Chronometer: Beim Fotoshooting kam's auf die Kette an.
von Jürgen Krämer BUER. „Jetzt weiß ich erst, weshalb diese Kragenform Vatermörder heißt“, sagt Dieter Huntebrinker und lacht. Obwohl der steife Kragen ihm kaum die Möglichkeit zum Atmen gibt, hat sich der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer an diesem Februar-Abend ein Höchstmaß an Selbstdisziplin auferlegt; denn er weiß, weshalb er die Strapazen der Anprobe über sich ergehen lässt: Er steht Modell für eine lebensgroße Skulptur zu Ehren Fritz Kampings (1847–1922), dem bekannten Fleischwarenfabrikanten und Wohltäter aus Buer. Die Idee zu diesem nicht alltäglichen Projekt war am Abend des Heilige-Drei-Könige- Tages entstanden, als sich Huntebrinker und sein Vorstandskollege Jürgen Krämer zufällig im Dorf begegneten und dabei ein Thema erörterten, das in den kommenden Wochen und Monaten den Fokus der Öffentlichkeit auf das Grönegaudorf am Fuße des Stuckenberges richten wird: das 125-jährige Jubiläum des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer. Nachdem der Traditionsverein dem Ort aus Anlass seiner 100-Jahr-Feier den sogenannten „Kirchspielbrunnen“ gestiftet hatte, entstand an jenem tristen Abend im Januar spontan die Idee, anlässlich des 125-jährigen Bestehens mit einem weiteren ortsbildprägenden Geschenk aufzuwarten – in Form eines Fritz-Kamping- Denkmals. Wer aber soll diese Skulptur kreieren? Eine Antwort auf diese Frage war rasch gefunden. Nachdem Peter Fischer- Blessin in den vergangenen Jahren in Melle-Mitte mit überaus großem Erfolg die Skulpturen- Projekte „Pinsel und Think“ sowie „Kohlbrinkschüler“ realisiert hatte, nahmen die Heimatfreunde kurz darauf Kontakt mit dem in Krukum lebenden Künstler auf. Es folgte ein erstes Informationsgespräch, dem sich eine außerordentliche Vorstandssitzung anschloss – ein Treffen, das mit der einstimmigen Auftragsvergabe an den Bildhauer endete. Um Peter Fischer-Blessin die Arbeit bei der Gestaltung der Figur zu erleichtern, zogen die Bueraner Heimatfreunde alle Register: Sie stellten Fotos zusammen, auf denen Kamping in unterschiedlichsten Lebensstationen zu sehen ist, und sie lieferten nach Auswertung historischer Dokumente eine schriftliche Personenbeschreibung. Damit nicht genug: Außerdem gewannen sie mit der Leiterin der Trachten- und Brauchtumsgruppe des Heimatvereins Borgloh, Elisabeth Benne, eine wichtige Mitstreiterin in Sachen Fritz-Kamping- Skulptur. Die gebürtige Gesmolderin wählte aus ihrem reichhaltigen Fundus all jene Kleidungsstücke aus, die Kamping in ähnlicher Form zu Lebzeiten trug, darunter Gehrock, Chemisette, Stehkragen und Manschetten. Da es allerdings an einer geeigneten Pellerine mangelte, bewies die Expertin Improvisationstalent. Als Ersatz lieferte sie den Umhang der Osnabrücker Landwehr- Tracht. „Da sieht man kaum einen Unterschied“, urteilte Elisabeth Benne. „Diese Vorbereitung ist einfach einmalig“, freute sich Peter Fischer-Blessin, der das „Modell“ aus allen Blickwinkeln mit seiner Digitalkamera ablichtete. Auf diese Weise erhalte er hervorragende Vorlagen für seine Arbeit – ein Projekt, das bis zum Herbst zum Abschluss gebracht werden soll. Als Standort für die Skulptur ist der Vorplatz der St.-Martini-Kirche im Gespräch. „Nur wenige Meter von den Portalen entfernt könnte Fritz Kamping dann alle Passanten mit dem Hut in der Hand freundlich grüßen“, so Huntebrinker abschließend.

foto Der Künstler: Mit seiner Digitalkamera lichtete Peter Fischer- Blessin das Modell ab, um gute Vorlagen für die Figur zu erhalten.
foto Die Utensilien: Rund hundert Jahre alt sind Stehkragen, Fliege und Manschetten, die bei dem Fototermin eine große Rolle spielten.
foto Die Trachten-Expertin: Professionell legte Elisabeth Benne Dieter Huntebrinker die historische Kleidung an.

9.Juli 2007 ©kreisblatt

foto Gestern Mittag am Kleinen Kellenberg: Wanderwart Hartmut Langenberg schreitet über den Waldlehrpfad, vorbei an den provisorisch eingerichteten Holzlagern. Die Spuren des Orkans „Kyrill“ sind nach wie vor unübersehbar. Fotos: Jürgen Krämer

Waldlehrpfad wieder komplett beschildert

Nach dem Orkan „Kyrill“: Heimatfreunde investierten viel Zeit und Geld

jk BUER. Mit einer positiven Nachricht wartete gestern der Wegewart des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer, Hartmut Langenberg, auf. „Auch wenn die Spuren des Orkans ,Kyrill’ im Wiehengebirge nach wie vor unübersehbar sind, haben wir die Sturmschäden im Bereich des Waldlehrpfades vollständig beseitigt“, erklärte der rührige Heimatfreund. Jetzt sei der etwa fünf Kilometer lange Rundkurs wieder begehbar und stelle erneut ein echtes Ausflugsziel dar. Während des Orkans am 18. Januar 2007 seien den heftigen Sturmböen, die mit Geschwindigkeiten von mehr als 150 Stundenkilometern über den Grönegau hinwegbrausten, gut 20 der rund 100 Informationstafeln zum Opfer gefallen – „weitere Schilder bei den anschließenden Aufräumarbeiten“. In den ersten Wochen und Monaten nach dem Unwetter sei es „nur mit Einschränkungen möglich gewesen, sich ein Bild von der Lage zu verschaffen“, berichtete Langenberg. Erst gegen Ende der Aufräumungsarbeiten in den Forsten habe er sich einen Überblick über die Schadenslage verschaffen können. „Für uns gab es keinen Zweifel daran, den Waldlehrpfad als touristisches Highlight im Kirchspiel Buer so schnell wie möglich wieder instandzusetzen“, machte Heimatvereinsvorsitzender Dieter Huntebrinker deutlich. Nach der Aufnahme der Schäden habe der Wegewart unverzüglich die neuen Informationstafeln in einem Spezialunternehmen in Bad Essen-Barkhausen in Auftrag gegeben. Erfreut zeigte sich Hartmut Langenberg darüber, dass das Instandsetzungsprojekt von heimischen Firmen unterstützt wurde. „Während das Sägewerk Bulthaup die Pfosten beisteuerte, lieferte die Tischlerei Böhning die Halterungsplatten, an denen die Informationsschilder festgeschraubt wurden.“ Die Arbeitseinsätze vor Ort seien wie am Schnürchen verlaufen, resümierte der Wegewart: „In mehreren
foto Schilderparade: In seiner Werkstatt stellte Hartmut Langenberg (links) zusammen mit Dieter Huntebrinker die neuen Informationstafeln für den Waldlehrpfad vor.
Arbeitseinsätzen haben mich Dieter Ellberg, Dieter Huntebrinker, Günter Klement, Friedel Niedermeier, Werner Mertelsmann und Friedhelm Röper hervorragend unterstützt. Jetzt sieht die Beschilderung wieder hervorragend aus.“ Der Heimat- und Verschönerungsverein Buer betreut derzeit im Bereich des Kirchspiels ein rund 80 Kilometer umfassendes Wanderwegenetz. „Der überwiegende Teil dieser Wege ist inzwischen wieder begehbar“, berichtete Hartmut Langenberg. Davon ausgenommen sei der Bereich Friedenshöhe. „Dort liegen die vom Orkan gefällten Bäume noch kreuz und quer übereinander.“

23.März 2007 ©kreisblatt

Nach dem Orkan: Jeder Helfer ist willkommen

Heimat- und Verschönerungsverein Buer zog Bilanz

jk BUER. Nachdem der Orkan „Kyrill“ am 18. Januar 2007 über dem Grönegau gewütet und erheblichen Sachschaden angerichtet hatte (wir berichteten), hofft der Heimat- und Verschönerungsverein Buer jetzt auf eine Schadensbeteiligung von übergeordneten Organisationen. „Durch den verheerenden Sturm und durch Holzrückearbeiten nach dem Unwetter wurden nach heutigem Kenntnisstand etwa 30 Prozent unserer Wandertafeln und Hinweisschilder in den Waldgebieten unseres Zuständigkeitsbereiches zerstört“, teilte Vorsitzender Dieter Huntebrinker am Mittwochabend während der Jahreshauptversammlung im Heimathaus „Osnabrücker Tor“ mit. Erschwerend komme hinzu, dass Wanderwege durch den Abtransport des Holzes nicht mehr begehbar seien. „Auch wenn sich übergeordnete Verbände mit finanziellen Zuwendungen an den Sanierungsarbeiten beteiligen werden, müssen wir davon ausgehen, dass auf unseren Verein noch erhebliche Belastungen zukommen werden, sagte der Redner weiter. Außerdem appellierte er an freiwillige Helfer, Wegewart Hartmut Langenberg bei der Umsetzung der Aufräum- und Neugestaltungsmaßnahmen zu unterstützen. Huntebrinker wörtlich: „Jetzt ist jede helfende Hand willkommen – wer sich in das Projekt einbringen möchte, sollte sich unter Telefon 0 54 27/410 melden.“ Der Vorsitzende hatte mit blick auf das Geschäftsjahr 2006/2007 aber auch Positives zu berichten. So hätten die Vortragsveranstaltungen, die der Verein zu verschiedenen Themen angeboten habe, nicht nur Heimatfreunde, sondern auch interessierte Nichtmitglieder in ihren Bann gezogen. Auf nicht minder große Resonanz seien zudem die Ausstellungen „Die Kirchhofsburg in Buer“ und „Renaturierungsmaßnahmen am Oberlauf der Hunte“ gestoßen. Zu den weiteren Höhepunkten im Programm hätten die Sommerfahrt nach Helmstedt und zur Gedenkstätte an der ehemaligen Zonengrenze gezählt. „Einen weiteren Aktivposten im Reigen unserer Aktivitäten bildeten die Wanderungen“, so Huntebrinker. Im Berichtszeitraum seien elf Touren angeboten worden, und zwar unter Beteiligung von durchschnittlich 45 Personen pro Termin. „Auch für 2007 haben wir viele Pläne“, so der Vorsitzende. Zu den Highlights zählten unter anderem eine Flusskreuzfahrt von St. Petersburg nach Moskau und eine Krippenausstellung, die in der Adventszeit im Heimathaus zu sehen sein werde. Im Folgenden richtete Huntebrinker den Blick auf das Jahr 2008: „Dann feiern wir das 125-jährige Bestehen unseres Vereins. Ein Jubiläum, das mit einem besonderen Programm verbunden sein wird.“ Einen Überblick über die Finanzlage des Vereins gab Schatzmeister Friedrich Kohmöller. Es folgte die Entlastung des Vorstandes, der danach im Amt bestätigt wurde. Nach Regularien hielten Heide und Dieter Huntebrinker einen Vortrag zum Thema „Von Vancouver durch die Inside Passage nach Alaska“.

15.März 2007 ©kreisblatt

foto Fatale Kombination: Die Verbindung von Nässe und schwerem Gerät hat dazu geführt, dass sich zahlreiche Waldwege derzeit in einem schlechten Zustand befinden. foto Umgestürzt: Einen entwurzelten Baum präsentiert Wegewart Hartmut Langenberg am Arboretum des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer. Fotos: Jürgen Krämer

Schäden noch nicht abzusehen

„Kyrill“ macht Heimatvereinen das Leben schwer

Von Jürgen Krämer MELLE. Fast zwei Monate nach dem verheerenden Orkan „Kyrill“ lässt sich für die betroffenen Waldbesitzer noch nicht absehen, wie groß das Ausmaß der Schäden ist. Auch die Wegewarte der im Grönegau beheimateten Heimat-, Verschönerungs- und Verkehrsvereine sind derzeit noch nicht in der Lage, die Orkanschäden an Wanderwegen, Schutzhütten, Ruhebänken und Lehrpfaden zu beziffern. Als der Orkan „Kyrill“ am 18. Januar 2007 wie die apokalyptischen Reiter über den Grönegau hinwegfegte, entstanden insbesondere in den weitläufigen Forsten von Wiehengebirge und Teutoburger Wald Schäden ungeahnten Ausmaßes. Innerhalb kürzester Zeit entwurzelten die Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 150 Stundenkilometern gleich hektarweise Laubund Nadelhölzer, drehten Baumkronen ab oder ließen selbst mächtige Stämme wie Streichhölzer zerbersten. „Auf Grund des von der Stadt verhängten Betretungsverbotes für die Wälder war es uns bislang noch nicht möglich, uns einen Eindruck von der gesamten Schadenslage zu verschaffen“, erklärte der 2. Vorsitzende des Verschönerungs- und Verkehrsvereins Melle-Mitte, Kurt Regel, im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit Sorge betrachte er die die Situation in den Meller Bergen, wo sein Verein mehrere Wanderwege betreue. „Wir unterhalten im Zwickenbachtal mehr als 20 kleine Holzbrücken. Da auch dort viele Bäume umgestürzt sind, steht zu befürchten, dass dabei auch etliche Übergänge zu Bruch gegangen sind“, mutmaßte Wegewart Dieter Blum.
foto Betreten verboten: Auch rund zwei Monate nach dem Orkan ist es nicht gestattet, die Wälder zu betreten. foto Ein Bild, das Bände spricht: Waldschäden am Arboretum in der Nähe des Huntetals.
Auch einige Hütten, darunter die am Thomaskreuz, seien vermutlich dem Orkan zum Opfer gefallen. Von einer „unklaren Lage“ spricht auch der Wegewart des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer, Hartmut Langenberg, der erste Schäden am Waldlehrpfad und am so genannten Arboretum im Huntetal feststellte. „An unserem Baumlehrpfad wurde ein Baum entwurzelt“, so das Vorstandsmitglied. Zudem seien etliche Informationstafeln von umstürzenden Baumriesen zerstört worden. „Weitere Schadensmeldungen liegen derzeit noch nicht vor – wir können uns erst einen Überblick verschaffen, wenn wir wieder die Wälder betreten dürfen“, so der Wegewart. Dann werde sich auch herausstellen, wie viele Wanderwege neu markiert werden müssen; denn es sei davon auszugehen, dass etliche Bäume, die ein Wegzeichen trugen, nach dem Orkan nicht mehr stünden. „Wir werden uns demnächst nach und nach über die Schadenslage informieren, um dann die Reparaturen von Bänken, Brücken und Hütten und das Kennzeichnen von Wanderwegen punktuell abzuarbeiten“, erklärte Dieter Blum. Er persönlich befürchte, dass die damit verbundenen Arbeitseinsätze mindestens ein Jahr in Anspruch nähmen. Sowohl Blum als auch Langenberg appellierten an Spaziergänger und Wanderer, sich an das Betretungsverbot für die heimischen Wälder zu halten. „In einigen Bereichen ist es nach wie vor lebensgefährlich – und wenn die Bäume jetzt neu austreiben, ist die Gefahr gegeben, dass weitere Äste zu Boden stürzen“, warnen beide Wegewarte

21.August 2006 ©kreisblatt

foto Ärgert sich maßlos über die wilde Müllkippe am Wanderparkplatz im Huntetal: Hartmut Langenberg, der am Wochenende morsche Palisadenreste präsentierte. Foto: Jürgen Krämer

Verwesende Geflügelreste im Karton

Wilde Müllkippe ein Ärgernis

jk BUER. Als Wanderwart des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer ist es Hartmut Langenberg gewohnt, an der frischen Luft zu arbeiten. Als er jetzt den Wanderparkplatz am Steffenweg im Huntetal kontrollierte, drang ihm allerdings süßlicher Verwesungsgeruch in die Nase. „Unbekannte hatten am Rand der Anlage einen Karton abgelegt, in dem sich die Kleinteile von geschlachteten Hühnern befanden“, berichtete der 76-Jährige am Wochenende sichtlich erbost. Solche Funde seien jedoch kein Einzelfall. Immer wieder steuerten verantwortungslose Zeitgenossen den von der Huntetalstraße nur sehr schwer einsehbaren Parkplatz an, um sich Materialien unterschiedlichster Art zu entledigen – von Grünschnitt über Palisadenreste und Sperrmüll bis hin zu Altpapier. „Wir vom Heimatverein sind über dieses Verhalten maßlos enttäuscht, da sich gerade von diesem Parkplatz aus wunderschöne Wanderwege erschließen“, berichtete Langenberg. So beispielsweise die Rundwanderwege „Kleiner Kellenberg“ und „Großer Kellenberg“ sowie der Waldlehrpfad, der anhand von 115 Hinweistafeln viel Wissenswertes über das Ökosystem Wald und die Forstwirtschaft vermittele. Hinzu komme ein so genanntes „Arboretum“, in dem 50 Baumarten zu sehen seien – ebenfalls ausgestattet mit Informationstafeln. „Wir haben gerade in den letzten Wochen und Monaten viel Zeit und Geld investiert, um zahlreiche Hinweistafeln zu ersetzen, die im Winterhalbjahr bei Holzrückearbeiten beschädigt worden waren. Nach Abschluss unserer Arbeitseinsätze erstrahlen Waldlehrpfad und Arboretum jetzt in neuem Glanz – nur der Wanderparkplatz lässt mit Blick auf das äußere Erscheinungsbild zu wünschen übrig“, sagte Langenberg weiter. Obwohl eine große Grünabfallsammelstelle nur etwa vier Kilometer vom Ausgangspunkt des Steffenweges entfernt liege, suchten immer wieder Gartenbesitzer den Parkplatz auf, um dort insbesondere Gartenabfälle widerrechtlich zu entsorgen. Ein solches Verhalten sei für ihn, so der Wanderwert, nicht nachvollziehbar, zumal das Material auf der Deponie in Bulsten kostenlos abgelegt werden könne, um anschließend der Kompostierung zugeführt zu werden. „Wir wollen uns jetzt dafür einsetzen, dass der Wanderparkplatz zur Straße hin freigeschnitten wird. Auf diese Weise würde das Areal frei einsehbar werden – und das schrecke vielleicht die Umweltsünder davon ab, weiteren Müll auf dieser Fläche abzulagern“, erklärte Langenberg.

21.August 2006 ©kreisblatt

foto Anschauungs-Unterricht in Sachen Naturschutz: Volker Tiemeyer (rechts) stellte bei der Eröffnung einen Kleiber vor, der besonders stark in Waldbeständen mit hohem Totholz-Anteil auftritt. Links im Bild: Dieter Huntebrinker. Foto: Jürgen Krämer

Chancen für Flora und Fauna

Ausstellung „Naturschutz im Kirchspiel Buer“ eröffnet

jk BUER. Weite Teile der Hunte im Kirchspiel Buer stehen unter Naturschutz, ebenso Bereiche des ehemaligen Sandabbaugebietes im Grenzgebiet von Markendorf und Bulsten, wo die Stiftung für Ornithologie und Naturschutz auf einer Gesamtfläche von 6,7 Hektar ein beispielgebendes Naturschutz- Projekt gestartet hat. Beide Themen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung Naturschutzprojekte im Kirchspiel Buer“, die der Heimatund Verschönerungsverein Buer aus Anlass des Buer- Marktes im Heimathaus Osnabrücker Tor eröffnete. „Wir möchten mit dieser Präsentation den Blick auf den Naturschutz in unserer Gemeinde richten“, erläuterte Vorsitzender Dieter Huntebrinker, der die Schau mit Unterstützung des Vorsitzenden der Stiftung für Ornithologie und Umweltschutz, Volker Tiemeyer, vorbereitet hat. Als bemerkenswert bezeichnete Huntebrinker die Tatsache, dass im Kirchspiel Buer fast die gesamte Hunte unter Naturschutz stehe – vom Quellgebiet am Moselerberg bis zu den Saurierfährten. „Ausschließlich im Bereich des Sägewerkes Bulthaup in Meesdorf steht der kleine Fluss nicht unter Naturschutz“, erläuterte der Vorsitzende. Hierfür seien unweit des Firmengeländes Ausgleichsflächen mit Teichanlagen und entsprechender Bepflanzung angelegt worden. Die Stiftung für Ornithologie und Naturschutz habe unlängst von der Bau-Unternehmensgruppe Dallmann (Bramsche) ein nahezu sieben Hektar großes Areal im Grenzbereich von Markendorf geschenkt bekommen, führte Stiftungsvorsitzender Volker Tiemeyer aus. Die Stiftung wolle auf dem ehemaligen Boden- Abbaugebiet mit Unterstützung der Fachhochschule Osnabrück (FH) und der Bundesumweltstiftung (DBU) Biotope anlegen und Umwelt- Bildung betreiben. Die dadurch erstmalig praktizierte direkte Kooperation eines Wirtschaftsunternehmens mit Naturschützern gelte als wegweisend. Was bedeutet Naturschutz? Welche Chancen ergeben sich aus dem Naturschutz für Flora und Fauna? Welche Einschränkungen sind mit ihm verbunden – und nach welchem Procedere werden Naturschutzgebiete ausgewiesen? So lauten einige wenige von zahlreichen Fragen, die während eines Besuches der Ausstellung umfassend beantwortet werden: auf Schautafeln, anhand von Informationsbroschüren und Zeitungsartikeln sowie mit großflächigen Karten, auf denen unter Naturschutz gestellte Flächen im Raum Buer zu sehen sind.

24.März 2006 ©kreisblatt

Algen: Neuer Anstrich für Ostgiebel des Heimathauses

Verschönerungsverein Buer sehr rege

jk BUER. Der Ostgiebel des Heimathauses Osnabrücker Tor in Buer soll einen neuen Anstrich erhalten. Der Grund: Wind und Wetter haben der Fassade dermaßen zugesetzt, dass sich im Laufe der Zeit Algen an der Außenwand bildeten. „Um die Algenbildung zu unterbinden, hatten wir zunächst angedacht, den Dachüberstand verlängern zu lassen“, teilte Vorsitzender Dieter Huntebrinker am Mittwochabend während der Jahreshauptversammlung des Heimat- und Verschönerungsvereins mit. Diese ins Auge gefasste bauliche Änderung sei jedoch aus Denkmalschutzgründen nicht genehmigt worden. Jetzt solle die Fassade einen Anstrich mit Algen abweisender Farbe erhalten. „Im Jahres 2005 haben wir wieder eine Vielzahl von Veranstaltungen durchgeführt“, resümierte der Vorsitzende in seinem Jahresbericht und stellte fest: „Die überaus positive Resonanz auf das vielfältige Angebot bestätigt das gute Veranstaltungskonzept unseres Vereins.“ Einen Schwerpunkt bildeten dabei erneut Vortragsveranstaltungen, bei denen Themen unterschiedlichster Art beleuchtet wurden. So erfuhren die Heimatfreunde in Einzelreferaten Interessantes über Prag, über die Normandie und die Bretagne und über die Hunte von der Quelle bis zur Mündung, um nur drei von mehreren Beispielen zu nennen. „Aus Anlass des Kunsthandwerkermarktes in der Kirchhofsburg stellten wir dem örtlichen Förderkreis unser Heimathaus für eine Kunstausstellung zur Verfügung, ehe Irmgard Buer im Herbst in unserem Vereinsdomizil die große Ausstellung ,Die Kirchhofsburg in Buer – die schönste Kirchhofsburg Niedersachsens‘ arrangierte“, berichtete der Vorsitzende. Diese Präsentation habe bislang mehr als 1000 Personen in ihren Bann gezogen. „Unsere Jahresfahrt führte mit 50 Personen nach Hamburg, und zum absoluten Höhepunkt geriet die zweiwöchige Reise mit den ,Hurtigruten, der norwegischen Schifffahrts- Postlinie von Bergen bis nach Kirkenes“, bilanzierte Huntebrinker. Die Jahresfahrt 2006 führe am 28. Mai nach Helmstedt-Marienborn und in den Ort Hötensleben. Als großen Erfolg wertete der Redner das Wanderangebot von Wanderwart Rolf Kellermann, der im Berichtszeitraum elf Wanderungen veranstaltete, und zwar unter Beteiligung von 40 bis 60 Personen. Äußerst rege sei auch Wegewart Hartmut Langenberg, der mehrere hundert Stunden investierte, um Wege instand zu halten und zu kennzeichnen. Außerdem habe Langenberg für Buer und die Meller Berge eine neue Wanderkarte entwickelt. In Vertretung für den verhinderten Schatzmeister Friedrich Kohmöller gab Huntebrinker den Kassenbericht ab. Die Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig. Nach den Regularien hielten Ulrike und Donald Blacklaw einen Vortrag zum Thema „Der Jacobsweg – als Pilger durch Nordspanien zum Grab des Jacob“.

26.November 2005 ©kreisblatt

foto ÜBERSICHTLICH: Kurze Legenden mit Wegbeschreibungen sollen Wanderern die Orientierung erleichtern.

Kurze Legenden als Besonderheit der neuen Karte

Bessere Orientierung für Wanderer

Buer/Melle jk Wer recht in Freuden wandern will, kann ab sofort ein neues Medium zur besseren Orientierung nutzen. Unter dem Titel „Buer am Wiehengebirge und Meller Berge“ gab der Heimat- und Verschönerungsverein Buer jetzt eine Wanderkarte heraus, die sich durch eine Besonderheit auszeichnet: In Kurzen Legenden werden Kennzeichen und der Verlauf von Rundwanderwegen beschrieben. „Für Wanderer im Raum Buer und Melle hat unser Verein mit der neu konzipierten Karte eine seit Jahren bestehende Informationslücke geschlossen“, erläutert Wegewart Hartmut Langenberg, der das Projekt in den vergangenen zwölf Monaten mit viel Liebe zum Detail realisierte. Die neue Karte zeige vor allem die zahlreichen Wanderwege im heimischen Raum aus, die als Rundwanderwege von Wanderparkplätzen aus begehbar seien. „Diese Wegstrecken wurden bereits in den 60er Jahren auf Veranlassung des Vereins ´Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald – Wiehengebirge` in Zusammenarbeit mit der damaligen Stadt Melle, der Gemeinde Buer und den örtlichen Heimatvereinen festgelegt“, berichtete das Vorstandsmitglied.
foto REALISIERTE DAS PROJEKT mit großem persönlichem Engagement: Hartmut Langenberg, hier bei der Präsentation der neuen Wanderkarte im Wiehengebirge. Fotos: Jürgen Krämer
Ein Teil dieser Wege weise sogar ein deutlich höheres Alter auf. „Während der Heimatund Verschönerungsverein Buer in seinem Einzugsbereich zwölf Rundwanderwege mit einer Gesamtlänge von 54 Kilometern betreut, zeichnet der Verschönerungs- und Verkehrsverein Melle-Mitte in den Meller Bergen für acht Rundwanderwege von insgesamt 52 Kilometern Länge verantwortlich“, berichtet Langenberg. Alle diese Rundkurse seien in dem neuen Kartenwerk umfassend dargestellt. Die Wanderkarte gebe zudem Aufschluss über den Verlauf eines Teilstücks des Meller Rundweges, der um die Stadtmitte führe, und über ein 30 Kilometer langes Teilstück des Meller Ringweges, der das gesamte Stadtgebiet tangiere. Eingezeichnet seien zudem die Teilstücke mehrerer überörtlicher Wanderwege, nämlich die des Wittekindsweges, des Ems-Hase-Hunte-Else- Weges und des Südlichen Tourenweges. „Der neuen Wanderkarte liegt die amtliche Topographische Karte im Maßstab 1:25000 zu Grunde, so dass alle Wege und Straßen der Region maßstabsgetreu enthalten sind“, machte das Vorstandsmitglied deutlich. Sämtliche Wanderwege seien in unterschiedlichen Farben dargestellt und auf diese Weise besonders deutlich erkennbar. Die ergänzten Weg- Kennzeichen und Kurzbeschreibungen der Wege erleichterten dem Wanderer den Gebrauch der Karte. Die neue Wanderkarte ist in der Geschäftsstelle der Sparkasse Melle in Buer und im Rathaus am Markt in Melle- Mitte zum Selbstkostenpreis von 5 Euro erhältlich.

Heimat- und Verschönerungsverein Buer e.V./Presse

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